Das kleine Bergstadtfest

Alles anders und trotzdem vertraut. Die Freiberger haben am Wochenende gefeiert und offensichtlich alles richtig gemacht.

Freiberg.

Von den meisten, die am Wochenende auf der großen Bühne des Freiberger Obermarktes etwas zu sagen hatten, wurde das Wort zwar nicht benutzt: Aber es war schon so etwas wie ein kleines Bergstadtfest. Ohne Inthronisierung einer neuen Silberstadtkönigin, dafür aber mit einer kleinen Bergparade und der Verlängerung der Amtszeit von Julia I.; ohne Rummel, dafür aber mit der Genuss-Safari 2.0. Und Musik gab es unter der Überschrift "Rock am Otto" zur Genüge. Heinz Rudolf Kunze hatte am Freitag den Auftakt gemacht, am Samstag folgten Freiberger Bands und am Sonntag Traditionelles und Klassik.

Den Leuten gefiel es, und für manche war es sogar eine echte Überraschung. Beispielsweise für Helga Schöche aus Nünchritz bei Riesa. Gemeinsam mit ihrer Familie war sie nach Freiberg gekommen, um hier ihren 80. Geburtstag zu feiern. Die Gesellschaft besuchte das Silberbergwerk auf der Reichen Zeche. "Als wir das geplant haben im vergangenen Jahr, war von Corona noch keine Rede", so Helga Schöche. "Dass jetzt hier so eine Party steigt, ist einfach toll."

Ob Genuss-Safari oder "Rock am Otto" - alles fand mit Sicherheits- und Hygienekonzept statt. Selbst die Knappschaften, die am Sonntagmorgen aufmarschierten, mussten mit Mundschutz warten, bis es losgehen konnte. Der Obermarkt wurde in zwei Blöcke geteilt, was über 2000 Zuschauer ermöglichte.

Die Genuss-Safari lockte wieder die Gäste. "Es wäre schön gewesen, wenn mehr Gastronomen teilgenommen hätten", sagte Steffi Mann vom Trauben-Genuss-Lädchen an der Kirchgasse. Sie selbst könne sich nicht beschweren. "Es war hier richtig viel los." Ein Hit war die neue Schwarzbierbratwurst, die auf dem Schlossplatz reißenden Absatz fand.

Mit Ablauf und Resonanz des kleinen Festwochenendes war Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger sehr zufrieden. "Das Hygienekonzept ist aufgegangen, und die Stimmung war gut", sagte er. "Das erste Mal wieder mit der Bergparade zu laufen, das war schon Gänsehaut pur." Er hoffe, der Erfolg wecke das Interesse für die kommenden Veranstaltungen. Zum Kunze-Konzert kamen gut 1000 Besucher, am Samstag waren es rund 600. Die Bergparade verfolgten 900 Zuschauer und Bergleute. Das Abschlusskonzert mit den Notendealern, Mittelsächsischer Philharmonie und Bergmusikkorps Saxonia hörten rund 500 Gäste.


Rock am Otto geht weiter

Am Samstag, dem 12. September, geht "Rock am Otto" weiter, diesmal in Kombination mit dem Erlebnis-Shopping. Um 19 Uhr verkündet der Freiberger Karneval Klub sein neues Motto, Danach spielt Purple Schulz, bevor dann mit Mariuzz eine Westernhagen Tribute Show beginnt. Am Samstag darauf werden Michael Schulte und Sydney Younblood erwartet, ebenso die Partyband SK5. Abschluss ist am 26. September mit Glasperlenspiel sowie Steffen Lukas und dem Plattenbauorchester. (wjo)

11 Kommentare

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    Pimboli
    08.09.2020

    Es geht also doch, es gibt wieder kleine Feste, z.b. auch Ritterfeste in Mylau usw. Warum manche Städte trotzdem alles absagen, verstehe ich nicht, bei anderen Städten klappt es doch auch.