Das Pochwerksrad am Turmhofschacht

Freiberg.

Der Turmhofschacht wurde von 1842 bis 1857 abgeteuft als ein Hauptförderschacht der Himmelfahrt Fundgrube. 1846 ging die Turmhofer Poch- und Setzherdwäsche zur Verarbeitung von Roherz in Betrieb. Heute sind noch die Gebäude, ein Relikt der Antriebswelle und die Radstube mit dem Wasserrad für das ehemalige Nasspochwerk vorhanden. Unmittelbar am Pochwerksgebäude legte man in zwei Metern Tiefe die Radstube an und baute sie mit Natursteinmauerwerk aus. Das Wasserrad wurde 1846 für eine angedachte Betriebszeit von 25 bis 30 Jahren gebaut. Es hat einen Durchmesser von 9,72 Metern und eine maximale Antriebsleistung von 12,5 PS. Das Rad wurde und wird mit Wasser aus dem Himmelfahrter Kunstgraben beaufschlagt. Von hier aus wurde das Wasser kaskadenartig bis zum Niveau der Freiberger Mulde zur Wasserhebung und Schachtförderung mehrfach genutzt. Das Pochwerksrad ist wahrscheinlich das älteste fast vollständig erhaltene und zugängliche Wasserrad des deutschen Erzbergbaus. Es ist aus Lärchenholz gefertigt, mit 84 gusseisernen Schaufeln bestückt und sitzt auf einer Welle aus Tannenholz.

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