Das Saydaer Rathaus: Ein Drama in zig Akten

Der Entwurf für den ersten Umbau seit 150 Jahren steht, doch Fördermittel gibt es nicht. Jetzt wird erneut geplant, die Kosten müssen reduziert werden. Kann es noch ein Happy End geben?

Sayda.

Der Umbau des Saydaer Rathauses lässt weiter auf sich warten: Die Fördermittel, auf die die Stadt im Sommer noch gehofft hatte, konnten bislang nicht bewilligt werden. Stattdessen ist derzeit ein neues Planungsbüro beauftragt, eine kostenschlankere Umbauvariante zu erarbeiten. Das bestätigte Bürgermeister Volker Krönert (CDU) gegenüber "Freie Presse".

Das Rathaus ist arg in die Jahre gekommen. Weil zuletzt Wasser durch das Dach eingedrungen ist, musste es notrepariert werden. Seit Jahren versucht die Stadt, das Gebäude sanieren zu lassen. Es wäre die erste Bestandssanierung nach gut 150 Jahren. Vor vier Jahren fällten die Stadträte den Grundsatzbeschluss dazu. Im Sommer wurden schon verschiedene Varianten ins Auge gefasst, wo die Rathausmitarbeiter während eines Umbaus arbeiten könnten.

Die Gesamtkosten für einen Umbau gab Krönert zuletzt mit etwa 2,5 bis 3,5 Millionen Euro an. 800.000 Euro will die Stadt als Eigenmittel aufbringen. Je nach Fördersatz hat die Verwaltung mit Mitteln über die Städtebauförderung des Freistaates Sachsen in Höhe von 1,7 bis 2,7 Millionen Euro gerechnet. Dieses Geld wurde nun aber nicht ausgereicht. Krönert sagt: "Wir befinden uns in der Konsolidierung. Deshalb wacht die Kommunalaufsicht besonders über unseren Haushaltsplan. Wir haben Eigenmittel nachgewiesen. Doch das Landratsamt hat uns dazu keine Stellungnahme geschrieben. Ohne die hat uns die SAB-Bank wiederum keinen Förderbescheid ausgestellt."

Das Landratsamt, zu dem die Kommunalaufsicht gehört, geht auf die Finanzierung nicht ein, sondern beantwortet die Frage anders: "Die Planungen zum Umbau des Rathauses wurden durch die Denkmalbehörde ab 2016 begleitet. Das vom damaligen Planungsbüro vorgelegte Konzept wurde im Ergebnis von der Behörde mitgetragen. Ein Bauantrag ist jedoch nicht zu verzeichnen gewesen", so Pressereferentin Cornelia Kluge.

Krönert erwidert darauf: "Es ging einzig und allein um die Finanzierung. Wir können doch keinen Bauantrag stellen, bevor die Finanzierung nicht geklärt ist." Auf die Frage, was Sayda nun tun könne, um vom Landratsamt Grünes Licht für den Umbau zu bekommen, teilt Kluge mit: "Die Stadt muss ein Konzept für den Umbau und die zukünftige Nutzung entwickeln, welches im Sinne des Denkmalschutzes genehmigungsfähig ist."

Der Denkmalschutz ist für Krönert im Moment das kleinere Problem. Kompliziert wird der Umbau dadurch, dass die Ausführungsplanung laut europäischem Vergaberecht wegen der Kosten europaweit ausgeschrieben werden muss, erklärt er. Der Planer komme dann vielleicht aus Portugal, Frankreich oder Lettland, muss sich in die Materie einarbeiten. "Die Kosten sind unberechenbar. Dabei haben wir schon etwa 200.000 Euro in die Planung gesteckt", sagt Krönert. Das seien bisher aber Entwurfsplanungen gewesen, auch um den Kostenrahmen abzustecken und Fördermittel zu beantragen. Jetzt geht es darum, wie die Sanierung umgesetzt, sprich was wie umgebaut werden kann. "Und dabei müssen wir mit den Kosten nach unten", weiß Krönert.

Für die Tonne sei die Entwurfsplanung aber nicht. "Was wir von dem bisher geplanten Umbau umsetzen können, behalten wir bei." Vor allem barrierefrei sollte das Rathaus werden. Das heißt, dass Deckenhöhen angeglichen werden müssten - und das wird teuer. "Deshalb müssen wir uns fragen: Stehen Aufwand und Nutzen im Verhältnis? Ich denke, dass es auch andere Lösungen gibt, den Menschen entgegenzukommen", meint Krönert. Daran werde gearbeitet. Ein Architekt, der die EU-weite Ausschreibung gewinnt, werde wohl frühestens im Frühjahr gefunden sein, schätzt der Bürgermeister.

Ein wenig Hoffnung auf ein Happy End gibt es dennoch: Wie Beate Bartsch von der Sächsischen Aufbaubank als Bewilligungsbehörde auf Nachfrage mitteilte, "laufen zur Förderung des Sanierungsvorhabens derzeit noch Abstimmungen mit den beteiligten Akteuren. Erst im Ergebnis dieser Abstimmungen kann die SAB eine Entscheidung über die Auszahlung der beantragten Fördermittel treffen."

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...