Debatte um IT-Technik für Schule in Oberschöna

Gemeinderat verlangt weitere Informationen vor Vergabe des Auftrages

Oberschöna.

Ein Thema hat am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeinderates von Oberschöna für eine längere Debatte gesorgt, obwohl es von der Tagesordnung gestrichen worden war: Wie sinnvoll ist es, die Grundschule Oberschöna für 130.000 Euro mit Computertechnik auszurüsten? Ursprünglich war geplant gewesen, bereits über die Vergabe des entsprechenden Auftrages zu entscheiden. Das müsse aber vertagt werden, sagte Bürgermeister Rico Gerhardt (CDU), weil noch Bietergespräche notwendig seien.

Unabhängig davon wollte Gemeinderat Eckhard Weber (Linkspartei) wissen, ob der Aufwand gerechtfertigt sei: "Wir haben doch eine Grundschule und kein Gymnasium." Danilo Braun (Grüne) äußerte ebenfalls Vorbehalte. Grundlagen wie Rechnen, Lesen und Schreiben sollten vor allem mit Stift und Papier vermittelt werden, so der Langhennersdorfer, statt eine Digitalisierung anzustreben. Es sei "sinnlos, in der vierten Klasse derartig aufzurüsten", urteilte Dr. Guntram Wagner (CDU), "aber wir kommen nicht darum herum." Die Schule könnte als zurückgeblieben gelten, so die Sorge mehrerer Räte, wenn sie sich der allgemeinen Entwicklung verschließe.

Grit Schneider (Freie Wähler) berichtete von ihren Erfahrungen als Lehrerin in höheren Klassen. Die Schüler hätten viele Fragen zur Handhabung der Computer, und auch sie selbst hadere zuweilen mit der Technik. Mike Moncsek (AfD) wollte wissen, wie hoch die Folgekosten seien und wer diese bezahle.

Die Wartungskosten seien Bestandteil der Ausschreibung, entgegnete Bürgermeister Gerhardt: "Die Zahlen sind dann den Angeboten zu entnehmen." Die Gemeinde rechne mit gut 86.000 Euro Zuschuss vom Freistaat. Petra Auerswald ergänzte, dass nur die Anschaffung der Technik und nicht der Unterhalt derselben gefördert werde. Die Kämmerin wies darauf hin, dass Schulleitung und Lehrerkollegium ein Konzept für den Einsatz der Computer erarbeitet hätten. Dabei habe man sich auf das Notwendige beschränkt. Geplant sei, einen Klassensatz Laptops nebst Ladewagen und eine interaktive Tafel anzuschaffen. Ein großer Posten sei die Verdrahtung im Gebäude. Auf Vorschlag von Arnd Talkenberger (Freie Wähler) einigte sich der Rat darauf, Schulleitung und Planer vor der Auftragsvergabe um weitere Erläuterungen zu bitten.

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