Der neue Blick vom Kunnerstein

Nicht nur Corona sorgte für ein etwas anderes Fest auf dem Aussichtspunkt- auch die freie Sicht war ungewohnt.

Augustusburg.

Bei bestem Sonntagswetter ließen sich die Besucher des Kunnersteinfestes nicht zweimal bitten. Zahlreich folgten sie der Einladung der Bergfreunde Kunnerstein zum Aussichtspunkt. Bevor die Gäste nach dem Sitzplatz mit der schönsten Aussicht suchten, mussten sie dieses Mal jedoch einige Corona-Regeln beachten.

"Zum Hygienekonzept gehört, dass sich alle Besucher in eine Gästeliste eintragen", erklärte Uwe Maudrich, der mit einer solchen durch die Reihen ging. Zudem standen an den drei Eingängen neben Desinfektionsspray Kisten mit bunten Plastikkugeln. "Für jeden Besucher gibt es eine Kugel. So können wir besser überwachen, wie viele Menschen sich gerade auf dem Areal befinden", sagte das Mitglied der Bergfreunde Kunnerstein. In den letzten Tagen und Wochen hatten sich die Vereinsmitglieder um die Fläche am Aussichtspunkt gekümmert, Büsche geschnitten, Befestigungen angelegt und Absperrungen aufgestellt, die durch Baumfällarbeiten nötig geworden waren. Zudem verlangte das Hygienekonzept Markierungen auf dem Boden, die den Besuchern aufzeigen sollten, welchen Weg sie Richtung Theke einschlagen sollen. Diese wurde in diesem Jahr aus der Höhle verbannt und auf der Rückseite der Kunnersteinhütte aufgebaut, damit mehr Platz war.

"Diesen baumfreien Blick kenne ich nur von alten Postkarten aus früherer Zeit, als hier noch das Bergrestaurant Kunnerstein stand. Jetzt sieht es unnatürlich aus", sagte Holger Krauß aus Erdmannsdorf beim Blick in Richtung Hennersdorf und Kunnersdorf. Sein Sohn Caspar und dessen Freund Leonardo, die etwas oberhalb des Geschehens einen ruhigen Platz suchten, fanden diesen neuen Blick nicht besonders toll. "Uns hat es viel besser mit den vielen Bäumen gefallen", waren sich die Freunde einig. "Wir sind als Familie seit 13 Jahren jedes Jahr zum Fest und freuen uns, dass sich die Bergfreunde kümmern und alles instand setzen", so Leonardos Vater René Poske. "Man hat so viele schöne Stellen in der näheren Umgebung vor der Nase und nutzt sie viel zu wenig", meinte der Erdmannsdorfer.

"Man kann es den Leuten nicht hoch genug anrechnen, die sich hier seit Jahren in ihrer Freizeit um den Erhalt der Kunnersteinhütte kümmern", betonte Gert Kehr aus Flöha. Auch er gehört zu den Stammgästen. "Die Abholzung ließ sich nicht vermeiden. Positiv an der Sache ist jetzt die schöne Sicht", meinte er.

Für die Zukunft haben sich die Bergfreunde vorgenommen, weitere Befestigungen an den Hängen vorzunehmen. "Wir wollen in einigen Bereichen, in denen wir bereits Matten ausgelegt haben, Bodendecker pflanzen. Außerdem sollen Trauerbirken in die Erde kommen, wo jüngst fünf große Buchen gefällt wurden", so Uwe Maudrich.

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