Diakonie-Station bereitet Umzug nach Neukirchen vor

Im ehemaligen Gasthof sollen unter anderem auch eine Tagespflege und die Bibliothek untergebracht werden. Für den Umbau sind rund eine Million Euro veranschlagt.

Dittmannsdorf/Neukirchen.

Die Diakoniestation in Dittmannsdorf platzt förmlich aus allen Nähten. Das Büro von Geschäftsführerin Kathrin Tränkner ist dafür ein Beispiel. Die Chefin des Dienstes, der immerhin rund 210 Personen im Umfeld bis nach Mohorn im pflegerischen Bereich hilft, im Haushalt unterstützt und betreut, "residiert" in einem engen Raum im Spitzdach, der voller Akten und Unterlagen ist. Die Station sei 1990 eingerichtet worden. "Inzwischen sind wir auf 36Mitarbeiter gewachsen und das Haus ist viel zu klein geworden." Ursprünglich sei erwogen worden, so die Geschäftsführerin, die Scheune nebenan umzubauen. "Das wäre wegen des Denkmalschutzes aber fast genauso teuer geworden, wie die Lösung, die wir jetzt gefunden haben." Diese Lösung heißt Umbau des ehemaligen Gasthofes im Nachbarort Neukirchen.

Für rund eine Million Euro - ein Teil der Kosten werde durch Fördermittel für die ländliche Entwicklung sowie einen Zuschuss der Fernsehlotterie abgedeckt - sollen hier sowohl Räume für die Sozialstation als auch eine Tagespflege für 15Personen entstehen. Zudem werden im Untergeschoss, wo einst die Sparkasse eine Filiale hatte, die Gemeindebibliothek und ein Raum für Begegnungen untergebracht. Darüber hinaus entsteht eine seniorengerechte Wohnung. Seit Mai wird gebaut, die Einweihung ist für das Ende des ersten Halbjahres 2019 geplant.

Mit der Tagespflege entstünden etwa sieben weitere Arbeitsplätze, so Tränkner. Fachkräfte zu finden, werde dabei immer schwerer. "Der Markt ist wie leer gefegt." Andererseits wachse der Bedarf an Pflegeleistungen. Insbesondere die Tagespflege diene dabei auch der Entlastung pflegender Angehöriger. "Wir holen die Gäste früh mit einem Fahrdienst ab, beschäftigen sie tagsüber, machen mit ihnen auch Gedächtnisübungen, essen gemeinsam und backen auch mal einen Kuchen in der eigens dafür eingerichteten Küche."

Ziel sei es, die Fähigkeiten der Pflegebedürftigen zu erhalten und zu fördern. Der große Vorteil dabei: Sie kommen unter Leute, können wieder Kontakte aufbauen. Geplant sei, so die Geschäftsführerin weiter, auch Schnuppertage anzubieten: "So kann jeder feststellen, ob das etwas für ihn ist."

Von der Investition profitiert auch die Gemeinde Reinsberg. Sie hatte den Gasthof laut Bürgermeister Bernd Hubricht (CDU) von 1996 bis 2002 saniert und bis 2010 nacheinander an vier Betreiber verpachtet. Im August 2015 sei jedoch mit der Allianz-Vertretung der letzte Teilnutzer ausgezogen, lediglich die drei Wohnungen seien noch vermietet worden. Jedes Jahr habe die Gemeinde einen fünfstelligen Betrag für die Betriebskosten aufbringen müssen, so der Rathauschef.

Ursprünglich hatte die Kommune das Objekt mit gut 350.000 Euro in den Büchern stehen; daran scheiterten lange Zeit auch jegliche Verkaufbemühungen. Ein Gutachten hatte dann aber einen Verkehrswert von 97.000 Euro ergeben.

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