Die Chefin verlässt ihr Auskunftsbüro

24 Jahre lang war Monika Meyer im Bürgerbüro in Sayda Anlaufstelle für Einheimische und Touristen. Jetzt geht sie in den Ruhestand - zumindest beruflich.

Sayda.

24 Jahre lang waren Fremdenverkehrsamt und Bürgerbüro im Rathaus Sayda die Arbeitsstätte von Monika Meyer. Nun hat sie ihren Schreibtisch ausgeräumt, die "Befehlsgewalt" samt Schlüssel an ihren Nachfolger Mirko Schubert weitergegeben.

"Ich tue es mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagt die 63-Jährige. Die Arbeit sei ihr natürlich ans Herz gewachsen, "aber meine Kinder und Enkel freuen sich seit einiger Zeit schon auf mein Arbeitsende", fügt die Saydaerin an.


Die Vielfältigkeit der Aufgaben sei es vor allem gewesen, weshalb es Monika Meyer immer wieder gern an ihren Schreibtisch zog. "Ich war für viele ein kleines Auskunftsbüro", erzählt sie schmunzelnd. Ob Informationen über Busfahrzeiten, Fahrkarten, Öffnungszeiten der vier Museen im Ort. Ob Anfragen zum neuen Personalausweis und vieles mehr - all das erfuhren die Einheimischen, wenn sie an der Bürotür von Monika Meyer anklopften. Ihre hauptsächliche Aufgabe war jedoch die Betreuung von Touristen. Sie organisierte Museums- und Kirchenbesuche, informierte zu Quartieren, gab Tipps zu Wandertouren und Veranstaltungen in der Region oder wusste im Winter stets Bescheid, in welchem Zustand sich die Loipen befinden. "Fast alle Dinge, die an mich herangetragen wurden, konnte ich doch klären", sagt Monika Meyer rückblickend und atmet zufrieden durch.

Als Touristikerin arbeitet sie zudem seit 20 Jahren intensiv mit den Tourist-Informationen in Rechenberg-Bienenmühle, Neuhausen und Seiffen zusammen. "Das Miteinander war gut und fruchtbringend, auch für unsere Stadt", sagt sie. Nun freut sie sich über die Anfänge einer neuen Zusammenarbeit der sechs Nachbargemeinden, "die hoffentlich weitergeführt wird und auch für Sayda Positives bringt."

"Wir hätten in den vergangenen Jahren noch so vieles tun können, ich hatte eigentlich noch viele Ideen. Doch letztendlich scheiterte dies an der klammen Kasse unserer Stadt", sagt Monika Meyer, die sich auch im Stadt-und Tourismusverein ehrenamtlich engagiert. Seit 1970 ist sie zudem bei der Feuerwehr aktiv und führt seit 1998 die Kameradschaftskasse.

Als Verantwortliche für die AG Veranstaltungen im Stadtverein ist die Saydaerin jedes Jahr in der Vorbereitung und Durchführung von fünf großen Höhepunkten eingebunden. "Der Weihnachtsmarkt und das Bergfest sind für mich die größten Herausforderungen. Da bin ich fast keinen Tag zuhause."

Der Vorsitzende des Stadtvereines, Volkmar Herklotz, weiß die Arbeit von Monika Meyer zu schätzen "Sie ist jemand, auf den wir jederzeit zählen können", betont er. Monika Meyer arbeite oft im Hintergrund, "aber stets zuverlässig". Herklotz bezeichnet sie als "Vereinsmenschen", deren große Erfahrung Gold wert ist. "Wir freuen uns, dass sie auch die nächsten Jahre, obwohl sie ins Rentnerleben eintritt, weiter bei uns mitmischen will", sagt der Saydaer.

Ehrenamtlich will Monika Meyer in Vereinen weiter mitarbeiten: "Wie überall, wird auch bei uns jede Kraft gebraucht. Ich möchte besonders die Feuerwehr und den Stadtverein nicht im Stich lassen."

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