Die gute Seele der Frauensteiner Jugendherberge: Martina Weichelt

Seit ihrer Lehrzeit ist die heute 60-Jährige in dem Haus tätig. Das sind inzwischen 45 Jahre. Zu dem seltenen Jubiläum gab es eine besondere Auszeichnung.

Frauenstein.

Sie kennt die besonderen Essenswünsche langjähriger Gäste. Jedes Zimmer, jeder Winkel und jede Besonderheit der Jugendherberge in der Frauensteiner Walkmühlenstraße sind ihr ebenfalls geläufig. Und bei der Abreise der vielen Klassen, Gruppen, Familien und anderen Gäste beweist sie immer wieder aufs Neue Umsicht, hilft, wo sie kann und steht bei Fragen den jungen und älteren Hausgästen zur Seite. Das eigentliche Reich von Martina Weichelt aber ist die Küche der Jugendherberge in der Silbermannstadt. Denn dort bereitet sie mit dem Koch Frühstück, Mittagessen und Abendessen zu.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Martina Weichelt ist die berühmte gute Seele der Herberge - und das inzwischen seit 45 Jahren! Dafür wurde die Frauensteinerin gestern von Arpad Hitzschke, Geschäftsführender Vorstand des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Jugendherbergswerk, mit der bronzenen Nadel des Deutschen Jugendherbergsverbandes ausgezeichnet. Mehr noch, in einer großen Runde dankte die Herberge ihr für das 45-jährige Betriebsjubiläum. Viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen waren gekommen, um mit Martina Weichelt zu feiern. Denn die 60-Jährige steht für eine Generation, in der ein solches Jubiläum zwar selten, aber noch möglich ist. Bei jungen Leuten ruft eine solch lange Treue zu einem Arbeitsstätte wohl eher Erstaunen hervor.

Eigentlich ist es ihre Mutter gewesen, die Martina Weichelt damals auf die Idee gebracht hat, in der Frauensteiner Jugendherberge eine Lehre zu beginnen. Die Mutter arbeitete zu der Zeit, als Martina Weichelt nach Schulabschluss einen Beruf suchte, als Sekretärin in der Jugendherberge. So begann die Tochter 1973 ihre Ausbildung zur Hauswirtschafterin - ebenfalls schon in ihrer heutigen Arbeitsstätte - und erhielt danach dort ihren Arbeitsvertrag. "Zuerst arbeitete ich in der Küche und in der Reinigung, heute gibt es viele verschiedene Aufgaben, erzählt die gebürtige Frauensteinerin, die zwei Kinder und drei Enkel hat.

"Wenn keiner da war, habe ich auch bei den Programmen für die Kinder mitgearbeitet - es musste ja jemand einspringen", sagt sie. Inzwischen arbeitet Martina Weichelt, deren Mann gestern inmitten der Gratulantenschar saß, mit dem vierten Chef. Das ist jetzt René Dreihardt, der zudem die Jugendherberge Altenberg-Zinnwald leitet. Er dankte der langjährigen Mitarbeiterin gestern herzlich und bezeichnete sie als jemanden, "der das Haus in- und auswendig kennt". "Bei Fragen kann jeder zu Martina kommen", fügte Dreihardt an. Sie sei im Früh- und Spätdienst, aber auch Wochenende und Feiertagen eingesetzt und kümmere sich liebevoll um das Wohl der Gäste. In all den Jahren habe sie zudem ihren Blick für Detail bewahrt, denn auch die Deko im Haus und die Ordnung im Gelände der Herberge liegen ihr am Herzen.

Für Martina Weichelt war der gestrige Tag einer, der auch zurückblicken ließ. Doch als so außergewöhnlich nahm sie die vielen Arbeitsjahre in der Jugendherberge nicht. Sie fasste es in die Worte: "Es hat sich halt so ergeben."


Übernachtungszahl gestiegen

Die Jugendherberge in Frauenstein zählte in diesem Jahr laut Herbergschef René Dreihardt bereits 10.500 Übernachtungen. Im vergangenen waren es insgesamt 10.000.

Das sanierte Gebäude verfügt über 84 Betten, vorwiegend in Zwei- bis Fünf-Bettzimmern, darunter drei Familienzimmer. Außerdem gibt es im Sommerhaus je ein Drei- und ein Sechs-Bettzimmer mit Dusche und WC sowie einen Schlafboden mit 10 Plätzen. Auch ein großes Außengelände lädt mit Angeboten ein. (ar)

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