Die heiße Kisten lieben

Das Oldtimertreffen ist ein Höhepunkt des Dorffestes in Oberbobritzsch. 400 Fahrzeuge waren dabei - vom B 1000 bis zum Motorrad Baujahr 1925 - auch jene der Lokalmatadoren und Organisatoren.

Oberbobritzsch.

Es war ein Lada der Volkspolizei, der bereits am Sonntagmorgen auf den Festplatz in Oberbobritzsch fuhr. Da waren die fleißigen Helfer des Oldtimertreffens um Cheforganisator Sven Geißler noch gar nicht vor Ort. Dann ging es aber Schlag auf Schlag. Touren-AWO's, Simson-Mopeds, die ganze MZ-Palette, Mercedes, Trabis, Wartburgs und nicht zuletzt Traktoren rollten auf die Wiese. Zum ersten Mal dabei: zwei Riesen-Ami-Schlitten vom Typ Chevrolet.

400 Fahrzeuge zählten Sven Geißler und seine Helfer: Der Platz war gefüllt. Darunter der B 1000, Baujahr 1989, und die Lanz Bulldog, Baujahr 1939, von Toni Köhler. Der Oberbobritzscher ist einer, der bei allen zehn Oldtimertreffen in seinem Heimatort Fahrzeugen präsent war und mitfuhr. "Ich fahre bei der Traktorenrunde immer mit der Lanz Bulldog vornweg. Nur dieses Jahr habe ich meine zwei Fahrzeuge zur Besichtigung auf den Platz stellen müssen, da ich voll in die Organisation des Treffens eingebunden war", erzählt der gelernte Kfz-Mechaniker.


Einst selbst Jugendklubmitglied, kann er die Arbeit seiner ehemaligen Klubmitglieder genau einschätzen. "Sven Geißler, der Organisator des Oldtimertreffens, der Chef des Jugendklubs, Sandro Fleischer, und die anderen Mitglieder des harten Kerns des Jugendklubs machen eine sehr gute Arbeit. Sie organisieren das gesamte Dorffest zusammen mit der Feuerwehr. Das ist ein immenser Aufwand", so der 39-Jährige.

Das Herz von Toni Köhler hängt an seinen Oldtimern. Mit viel Liebe und großem Engagement hält der Oberbobritzscher seine Fahrzeuge, zu denen noch ein Moped S 50 und ein Trabant zählen, auf Vordermann. Mit dem Trabant und seinem B 1000 fährt Toni Köhler ab und zu mit seiner Freundin durch die Region. Beide erfreuen sich nicht nur an der Landschaft, sondern genießen auch die bewundernden Blicke der Fußgänger an der Straße.

Die über 1000 Gäste auf dem Festplatz in Oberbobritzsch bestaunten an diesem Vormittag erneut nicht nur die Lanz und den B 1000 von Toni Köhler, sondern die fast 400 Fahrzeuge, die aneinandergereiht auf dem Sportplatz standen.

In dieser Zeit gab es für die Fahrer die sogenannten Benzin-Gespräche: "Das ist für unsere Fahrer ein echter Höhepunkt. Sich über die Fahrzeuge austauschen, zu fachsimpeln und über Gott und die Welt zu reden, darauf freuen sich viele schon das ganze Jahr", weiß Sven Geißler. Er selbst war auch in dieses oder jenes Gespräch verwickelt. Aber an diesem Tag hatte er als Oldtimerchef eher die Organisatorenrolle inne, die ihn zeitlich voll forderte.

250Fahrzeuge, vor allem aus Oberbobritzsch, aber auch aus Colmnitz, Dippoldiswalde, Dorfchemnitz, Lichtenberg, Chemnitz und vielen anderen Orten der Region, starteten über eine Strecke von 38 Kilometern und mit rund 35 bis 40 Stundenkilometern rund um die Region Oberbobritzsch. Die Traktoren hingegen beließen es bei einer Runde um das Dorf.

Organisator Sven Geißler ließ es sich nicht nehmen, die 38-Kilometer-Strecke selbst mitzufahren. "Das muss einfach sein, ist Pflicht für mich und gehört für mich zu unserem Treffen einfach dazu", sagt der Elektriker. "Da meine Oldtimer zurzeit nicht fahrbereit sind, habe ich mit einem Mercedes 190, Baujahr 1972, von meinem Kumpel geborgt." Die Faszination der alten Technik, den Benzin und Dieselgeruch brauche er, sagt er: "Sie gibt mir immer wieder Motivation für die Organisation der Treffen jedes Jahr."

Dass jedes Jahr auch rund 20Frauen am Steuer eines der vielfältigen Fahrzeuge sitzen, freut den Oberbobritzscher besonders. Er war am Abend erschöpft, aber glücklich darüber, dass alles glatt gelaufen war und und es keine Vorkommnisse oder Unfälle gab.

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