Die Jugend hat's angepackt: Club fast fertig

Seit Weihnachten werkeln Jugendliche aus Langenau in der "Alten Kantine". So nennen sie ihr neues Domizil, das sie am 3. August mit einer Eröffnungsparty einweihen wollen.

Langenau.

Mit dem Jugendclub ist es so eine Sache in Langenau: Einmal abgebrannt, einmal wieder aufgebaut, dann gefrustet aufgegeben. Doch Tom Naumann (23) und gut 20 andere junge Langenauer gehören zur nachrückenden Generation und sind dabei, sich einen neuen Ort zum Feiern, Grillen und Chillen zu schaffen. Dafür packen sie seit sieben Monaten an und bauen den alten Jugendclub, der sich in den Kellerräumen der ehemaligen Grundschule befindet, aus.

Noch bestimmen OSB-Platten, Säge, Bohrmaschine und andere Utensilien das Bild, doch am 3. August soll alles fertig sein: ein Hobbyraum mit Billardtisch, Darts und einem Kickertisch, eine Bar mit Theke sowie Toiletten und Vereinszimmer. Den ehemaligen Speisesaal, in dem einst die Grundschüler Mittag aßen, bauen die Mitglieder des Vereins "Kulturhaus Alte Schule Langenau", den sie im April 2017 gegründet haben, zusätzlich aus. Der sei zwar laut Frank Brendler von der Stadtverwaltung noch nicht Bestandteil des Nutzungsvertrages zwischen Stadt und Verein - "Die Mitglieder sollen erst mal ihre Räumlichkeiten fertig gestalten" - aber zur Eröffnungsparty wird DJ Stefano mit Goa Musik die Gäste im Saal zum Tanzen bringen.

"Unser Ziel ist", so Naumann, "die regionale Attraktivität für junge Leute zu steigern und auch welche von außerhalb anzulocken." Von rund 2500 Langenauern seien derzeit 300 bis 400 Einwohner im Jugendclub-Alter, sprich zwischen 16 und 26 Jahren, schätzt Brendler. Er sieht einen funktionierenden Jugendclub auch als Mittel, um Kriminalität einzudämmen.

Künftig soll der Club außer montags jeden Abend geöffnet sein. Naumann spricht von Clubabenden, an denen draußen gemeinsam gegrillt wird, sich die Kartenspieler treffen oder ein Billardturnier stattfindet. Als Vereinsvorsitzender freut sich Naumann besonders, dass viele regionale Handwerker den neuen Club befürworten und ehrenamtlich beim Renovieren geholfen haben.

Frank Brendler beobachtet und begleitet die Jugendszene in und um Brand-Erbisdorf schon lange. "Am Anfang trafen sich die Jugendlichen in Buswartehäuschen und Garagen. Dann suchten sie einen Ort, an dem sie sich treffen können", erzählt der Jugendbeauftragte der Stadt. So entstand vor Jahren der Club im Keller des ehemaligen Ritterguts. Nach einem Streit wurde dieser allerdings in Brand gesetzt. Ausgebrannt. Verkauft. Neuanfang 2008 im Kellergeschoss der Grundschule. Acht Jahre später: Reibereien, Ziellosigkeit. Niemand wollte mehr Vereinschef sein, erzählt Brendler. Aus Frust oder Enttäuschung rissen einige damals die Holzpaneele von den Wänden, ein runder Tisch verschwand. Nun, zwei Jahre später der Neustart mit neuen Leuten, neuen Vorstellungen und neuer Energie.

Eröffnung Am 3. August, 20 Uhr, wird der neue Jugendclub, Neue Hauptstraße 121a, eingeweiht. Gäste willkommen. Eintritt frei.

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