Die Kirmes ist der Höhepunkt im Vereinsleben

Brauchtum im Erzgebirge: Wandern, Heimatabende organisieren, Feste feiern, das machen die Mitglieder von Erzgebirgszweigvereinen. Heute die Truppe aus Deutschneudorf.

Deutschneudorf.

Zwar ist es bis zum zweiten Juli-Wochenende eine Weile hin. Dennoch herrscht bereits jetzt bei den Mitstreitern des Erzgebirgszweigvereins (EZV) Deutschneudorf Vorfreude auf die Tage. Schließlich wird dann in dem rund 1000 Einwohner zählenden Ort Kirmes gefeiert. Neben den Mitgliedern des EZV ist auch der Bürgerverein bei der Organisation der Veranstaltung federführend.

Vereinschef André Seifert spricht von einem Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens im Dorf. Die Vorbereitungen beginnen im Vorjahr, wenn im August erste Verträge geschlossen werden. "Zur Kirmes heißt es dann, den Einlass absichern, die Tombola vorbereiten und durchführen oder sich mit dem Auftritt des Bauerntheaters engagieren", erklärt Seifert. Von früh bis spät seien die Mitglieder bei der Kirmes, die der Verein seit 1993 durchführt, eingespannt. "Aus der gesamten Region kommen mehr als 1000Gäste zu uns. Da muss natürlich alles klappen", fährt der EZV-Vorsitzende fort. Seit 2011 steht der 41-Jährige an der Spitze des Vereins, der von Wolfgang Braun mit gegründet und Lothar Nickerl weitergeführt wurde.


Neben der Kirmes bestreiten die rund 60 Deutschneudorfer EZV-Mitglieder etliche weitere Veranstaltungen im Jahresverlauf. Es wird gemeinsam gewandert Es werden Radtouren unternommen, Lichtl- und Museumsabende gestaltet.

Stolz ist der EZV auf seine Klöpplerinnen. Die Gruppe, die seit Jahren von Elke Storch geleitet wird. "Wir freuen uns, dass auch Kinder und Jugendliche bei uns einer alten Tradition nachgehen", sagt die engagierte Deutschneudorferin.

Seit der Wiederbelebung des EZV im Jahr 1992 haben die Deutschneudorfer manche Höhepunkte erlebt. "2012 wurde unser Dorf 375 Jahre alt, da haben wir uns stark eingebracht. 2016 die Feiern zum 100-jährigen Jubiläum unseres EZV war ein ebenso großes Highlight. Aber auch die Hauptversammlung des Erzgebirgsvereins ein Jahr später, an der rund 100 Delegierte aus ganz Deutschland kamen, zählt dazu", erläutert Vereinsvorsitzender Seifert.

Dem 40-Jährigen steht, wie er sagt, ein schlagkräftiger Vorstand von 10 Mitgliedern zur Seite, der sich einmal pro Monat trifft. Bei den Treffen würden oft neue Vorhaben geboren. Geselligkeit und Brauchtum der Erzgebirger sei ihnen wichtig, sagt der Informationselektroniker Andre Seifert, der sich außerdem seit 15 Jahren hiesigen Bauerntheater engagiert. Eine Gruppe, die jedes Jahr zur Kirmes auftritt.

Da das Wandern im Ort einen großen Stellenwert besitzt, liegt den EZV-Mitgliedern nach Aussagen von André Seifert viel an einem guten Zustand der Wanderwege, der Bänke und Sitzgruppen, den vielen Hinweisschildern und Wegweisern. "Hier machen unsere Wegewarte Dieter Herrmann und Hans-Georg Pflugbeil eine sehr gute Arbeit. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit verrichten sie für uns und die Gemeinde", lobt der Vorsitzende.

Handwerksmeister Hartmut Hennig schätzt die Arbeit des EZV und unterstützt den Verein finanziell und materiell. "Die Frauen und Männer tragen zur Bereicherung unseres Dorflebens bei; und Andre verleiht dem Verein ständig neue Impulse. Er leistet als Vorsitzender einen sehr gute Arbeit und hält den EZV mit dem Vorstand zusammen", so der Deutschneudorfer. Auch Hennigs Vater Günter trägt als Ortschronist zum Gemeindeleben bei. Zwei Bücher hat er über Deutschneudorf bereits verfasst.

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