Die Rathäuser sind erobert

Vor allem in kleineren Ortschaften brach am Samstag der Faschingstrubel aus. Mit Feiern aller Art zeigten die Vereine, wie bunt die fünfte Jahreszeit hier ist.

Halsbrücke/Lichtenberg/Bobritzsch.

Es schien zunächst so, als wollte Halsbrückes Bürgermeister Andreas Beger am Samstagmorgen seine Burg, das Rathaus, nicht freiwillig verlassen. Die versammelten Narren vor seiner Tür machten deshalb extra so viel Remmidemmi, damit er drinnen nicht umhin konnte, ihr Ansinnen zu vernehmen. Und das war die Inbesitznahme des Rathausschlüssels. Schließlich trat Beger dann doch heraus, den großen Schlüssel in der einen, die beinah leere Gemeindekasse in der anderen Hand. Unter lautem Beifall musste er den Schlüssel an das Prinzenpaar Jana und Thomas abgeben. "Schönen Urlaub", wünschte ihm Prinz Thomas, der versicherte, man habe das Ganze in den kommenden Monaten während der 34. Karnevalssaison gut im Griff. Danach leerte Beger noch die Kasse endgültig, indem er Schokoladengeld unter das Volk, vor allem das kleinere, verteilte.

Mit Halsbrücke fiel eine der letzten Bastionen in die Hände der närrischen Gilde. Traditionsgemäß wird in den ländlichen Ortschaften der Beginn der Fünften Jahreszeit meist am Wochenende nach dem 11.11. gefeiert. Vor dem Rathaus hatten sich der Halsbrücker Carnevals Club und der Conradsdorfer Carnevalsverein versammelt. "Eigentlich gehört noch der HCC aus Hetzdorf dazu, aber die hatten eine andere Veranstaltung", erklärte Karlheinz Winkler, Präsident des Halsbrücker Carnevals Clubs. Gemeinsam zog man zum Vereinsheim, wo alles für die Party mit Grillen, Glühwein, Bier und allerlei Spaß für die Kinder vorbereitet war.

Während in Halsbrücke am Vormittag gefeiert wurde, ging es anderswo später zur Sache. Bereits um 18 Uhr öffneten die Türen der Turnhalle in Lichtenberg, wo der dortige Faschingsclub unter dem Motto "Sportstudio Lichtenberg" ein buntes Programm präsentierte. "Die Generalprobe gestern war noch ziemlich chaotisch", lachte Clubchef Lars Gronwaldt, zeigte sich aber gerade deshalb optimistisch, dass es wieder toll wird. "Wir erwarten viele Gäste, auch wenn es schwer wird, denn gleichzeitig ist rundum viel Fasching zu erleben, etwa in Burkersdorf", meinte er. Seine Stellvertreterin Ursula Fleischer, Gründungsmitglied und Urgestein des Lichtenberger Faschings, ergänzte, dass viele ehemalige Lichtenberger selbst aus Nürnberg und der Schweiz da sein würden. Auch im kommenden Jahr, wenn man erst eine Woche nach dem offiziellen Fasching, also am 28. und 29. Februar, feiern werde.

Brechend voll war es später am Abend auch "bei Zwillings" in der Hilbersdorfer Gaststätte, wo diesmal die Narren des Bobritzscher Faschingsclubs im Zeichen ihres Wappentieres, des Bibers, feierten. "Schlagerkrimi" war das Motto, und entsprechend traf man "Drafi Deutscher" oder "Helene Fischer" an. Die Stimmung war grandios und zeigte auch hier, mit wie viel Kreativität und Spaß an der Freude die Narren ihre fünfte Jahreszeit mal ganz flott in die schönste und bunteste verwandeln können.

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