Die Suche nach dem puren Klang

2. Sinfoniekonzert: Applaus hält lange an

Freiberg.

Festlicher Blechbläserklang eröffnete, wie schon am vorausgegangenen Mittwoch, am Donnerstagabend das 2. Sinfoniekonzert der Mittelsächsischen Philharmonie in der mit knapp 200 Besuchern nahezu ausverkauften Nikolaikirche. Mit Fanfaren von Claudio Monteverdi und Georg Daniel Speer waren es diesmal frühbarocke Komponisten, die bei dieser Neuerung in der Konzertreihe, der Intrada, zu Gehör kamen. Auch das Solokonzert war dem Barock zuzuordnen.

Stefan Leitner, Solo-Trompeter des hiesigen Orchesters, brillierte mit dem Concerto B-Dur op. 7 Nr. 3 von Tomaso Albinoni auf der Piccolo-Trompete. Die Suche nach dem puren Klang prägte das von Generalmusikdirektor Jörg Pitschmann unter dem Motto "Brüder im Geiste" zusammengestellte Programm. Geradezu meditativen Charakter entfaltete hierbei der Klangteppich, den die Streicher und Schlagzeuger Michael Winkler mit Arvo Pärts Komposition Fratres aus dem Jahr 1977 in der Konzertkirche ausbreiteten.

Ungewöhnlich ging es auch mit der Serenade Nr. 2 A-Dur op. 16 weiter, in der der erst 25-jährige Johannes Brahms auf den Einsatz der Violinen verzichtete. Nur mit tiefen Streichern und in der Tradition der klassischen Harmoniemusik paarweise geführten Holzbläsern entfaltete das Stück einen ganz eigenen Reiz und wohligen Klang.

Das zweite Hauptwerk des Abends kam mit der Sinfonie Nr. 102 B-Dur aus der Feder Joseph Haydns, den man viel häufiger in den Konzertsälen hören sollte.

"Mit stellenweise romantischen Anklängen und weit über die Klassik hinausweisender künstlerischer Freiheit wusste diese Komposition aus der Reihe von Haydns Londoner Sinfonie auch das Freiberger Publikum zu begeistern, das die vielfältigen musikalischen Eindrücke mit lange anhaltendem Applaus honorierte", berichtete Hanne Tautorus vom Mittelsächsischen Theater. (fp)

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