"Die teils unsachlichen Diskussionen schüren Ängste"

Klaus-Dieter Lietzmann vom Unternehmen EAB Großschirma: Wir sind jederzeit zum offenen Dialog bereit

Großschirma.

Das Landratsamt muss jetzt über den Antrag der Großschirmaer Firma EAB für den Bau von vier Windrädern entscheiden. In der Stadt regt sich Widerstand. Über den Stand der Dinge sprach Heike Hubricht mit Klaus-Dieter Lietzmann. Der promovierte Ingenieur ist der Seniorchef des Unternehmens.

Freie Presse: Wie stellt sich die Lage in Sachen Windpark Am Steinberg aus Ihrer Sicht dar?

Klaus-Dieter Lietzmann: Das Projekt sollte unter anderem als Bürgerbeteiligungsmodell für engagierte und interessierte Bürger vor Ort gedacht sein, wozu es sogar Interesse und Zuspruch in der Bevölkerung gegeben hat. Zusätzlich wurde auch darüber diskutiert, dass eine Strompreisanpassung zugunsten der Bürger durch die Möglichkeit der Errichtung von Anlagen zugänglich gemacht werden kann. Der Standort selbst, durch seine räumliche Nähe zum Industriegebiet, wurde, wie schon immer öffentlich angesprochen, sorgfältig ausgewählt und muss natürlich nach den derzeitig gültigen rechtlichen und naturschutzrechtlichen Bestimmungen untersucht werden.

Welche Schritte gehen Sie jetzt an?

Dies obliegt der Entscheidung der Genehmigungsbehörde und den dann daraus resultierenden Forderungen. Die teils unsachlichen Diskussionen schüren Ängste in der Gemeinde, die abzubauen sind. Wir haben aber Verständnis für diese Verunsicherung der Bürger in Großschirma und möchten gern noch einmal betonen, dass die EAB weiterhin jederzeit zum offenen Dialog einlädt und jedem zur sachlichen Diskussion zur Verfügung steht, um alle Zweifel und Vorbehalte möglichst abzubauen.

Auf der jüngsten AfD-Veranstaltung zum Thema Windkraft sagte ein Teilnehmer, es sei üblich, dass im Vorfeld Gespräche mit Landeigentümern wegen einer Verpachtung geführt werden. Wie sieht es damit Am Steinberg aus?

Vorab möchten wir an dieser Stelle betonen, dass wir, als international tätiges Unternehmen, uns von jeglicher geführten Wahlkampfdiskussion distanzieren oder uns von dieser instrumentalisieren lassen, gleich um welche Partei oder Organisation es sich handelt. Wir müssen aber hier ganz klar darstellen, dass es sich offensichtlich seitens der Organisatoren der AfD-Veranstaltung um reine wahlkampfpolitische Diskussionen handelt und eine sachliche Auseinandersetzung mit der Thematik nicht im Fokus stand oder steht. Zu Ihrer Anfrage: In den zurückliegenden Jahren wurden eine Vielzahl ausführlicher und umfassender Gespräche mit der Gemeinde sowie allen Verantwortlichen geführt, die bis zu den ersten öffentlichen Veranstaltungen im Jahr 2010 (Stadtratssitzungen und technische Ausschüsse), zur ersten Vorhabensvorstellung, zurückgehen.

Und wie ging es dann weiter?

Auch in den vergangenen drei Jahren wurde in der Stadt über dieses Thema immer wieder debattiert und wir, als EAB, haben den Bürger unserer Stadt in zahlreichen Aufrufen und Veranstaltungen stets die Möglichkeit offeriert, sich allgemein über das Thema Windenergie sowie das geplante Projekt zu informieren als auch etwaige Fragen und Bedenken zu äußern. An einer zuletzt von uns organisierten Veranstaltung in der Schulaula der Stadt haben nur drei Bürger teilgenommen. Hinsichtlich möglicher Vertragspartner können wir aus Datenschutzgründen keine öffentlichen Aussagen tätigen und bitten, dies zu respektieren.

Laut einem Redner bei der Veranstaltung am Dienstagabend bieten Investoren pro Windrad-Grundstück eine Jahrespacht von rund 10.000 Euro. Wie ist das Am Steinberg?

Dazu können wir uns aus Datenschutzgründen nicht äußern.

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