DNA-Spuren verraten Automatensprenger

Kassenautomaten, Buswartehäuschen, Dixiklos: 2019 ist in und um Freiberg siebenmal Sprengstoff detoniert. Nicht alle Fälle hängen zusammen. Doch die Polizei hat einen Mann und ein junges Trio als Tatverdächtige ermittelt.

Freiberg/Reinsberg.

Seine DNA-Spuren am Tatort haben ihn verraten: Ein 42-jähriger Deutscher hat im Frühjahr 2019 mutmaßlich zwei Kassenautomaten im Freiberger Altstadt-Parkhaus an der Fischerstraße gesprengt und Schaden in Höhe von rund 40.000 Euro angerichtet.

Das ist eines der Ergebnisse intensiver Ermittlungen und akribischer Spurensicherung durch Freiberger Kriminalisten, die am Dienstag von der Polizeidirektion Chemnitz bekannt gemacht wurden. Der 42-Jährige ist Polizei und Staatsanwaltschaft bereits bekannt. Mehrfach schon wurde er - hauptsächlich wegen Drogendelikten - verurteilt. In der Nacht zum 24. April 2019 hatte er versucht, mittels Sprengstoff an die Geldkassette des Kassenautomaten im Parkhaus zu kommen. In den frühen Morgenstunden des 2. Mai versuchte er es erneut; ohne Erfolg. Zurück blieb ein enormer Schaden für die Stadt Freiberg. 2017 wurde schon einmal versucht, einen der Automaten aufzubrechen.

Mittlerweile können Parkhausnutzer aber die Gebühren wieder am Automaten bezahlen.

Parallel dazu ermittelten die Freiberger Beamten zu weiteren Sprengstoffexplosionen, die sich ein halbes Jahr später, Ende Oktober und Anfang November 2019, ereigneten. Dabei wurden Buswartehäuschen im Reinsberger Ortsteil Bieberstein und im Halsbrücker Ortsteil Krummenhennersdorf attackiert. Während der Unterstand an der Halsbrücker Straße in Krummenhennersdorf trotz heftiger Detonation unbeschadet blieb, so die Polizei, wurde das Holzhäuschen am Alten Zollhaus in Bieberstein bei zwei Explosionen arg beschädigt. Mitarbeiter des Bauhofs von Reinsberg haben es inzwischen wieder hergerichtet.

Ein Zeuge brachte die Ermittler auf die Spur der mutmaßlichen Täter. Er informierte die Polizei, dass er gesehen habe, wie nach der Detonation in Krummenhennersdorf drei Autos vom Ort des Geschehens flüchteten. Eines der Kennzeichen konnte er erkennen. Dieser Hinweis führte die Kriminalisten zunächst zu einem heute 21-Jährigen. Im Zuge der Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen den Mann sowie zwei weitere Beteiligte. Denn bei Wohnungsdurchsuchungen wurden bei dem 21-Jährigen Datenträger, bei einer 20-Jährigen gut ein Dutzend pyrotechnische Gegenstände gefunden und sichergestellt.

Das Trio hat es den Ermittlungen zufolge aber nicht nur in den Buswartehäuschen krachen lassen. In jenen Novembertagen wurden auch Mobiltoiletten in Freiberg am Forstweg sowie am Roten Weg gesprengt. Verletzt wurde niemand; den Schaden beziffert die Polizei mit rund 6000 Euro. Bei allen vier Attacken seien die Trümmerteile teils bis zu 30 Meter weit geflogen. Die Polizei geht davon aus, dass Pyrotechnik genutzt wurde, die in Deutschland zugelassen ist. Die Wucht der Sprengungen und die ähnlichen Schadensbilder ließen einen Zusammenhang zwischen den Fällen vermuten, heißt es von der Polizei.

Die Ermittlungsakten zum Tatkomplex Kassenautomat und die zum Komplex Buswartehäuschen/Toiletten liegen nun bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz, die die weiteren Ermittlungen übernimmt.

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