Domkantor reist nach Down Under

Der Freiberger Organist Albrecht Koch bricht heute zu einer Reise nach Aus-tralien auf. Musikalisch ist der Subkontinent Sachsen gar nicht so fern, sagt er.

Melbourne/Brisbane.

Hinter jeder Geschichte steckt ein Mensch. Der Mensch hinter dieser Geschichte trägt den Namen Graham Lieschke. Lieschke ist weltweit anerkannter Leukämie-Forscher an der Monash-Universität in Melbourne, Australien. Und er ist ein Fan barocker Musik. An der dortigen St.-Johns-Kirche sorgt er für ein lebendiges Musikprogramm - mit der einzigen Bachkantatenreihe in Gottesdiensten Australiens. Einmal im Jahr kommt er nach Freiberg, wo er seinen Beitrag für die Silbermanngesellschaft bar auf den Tisch blättert und an der Orgel in die Tasten greift. Zum hiesigen Domkantor Albrecht Koch pflegt er eine enge Freundschaft. Vor allem auf seine Vermittlung gründet sich die Reise nach Australien, zu der der Domkantor heute aufbricht.

"Bach und Barock haben in Aus-tralien einen hohen Stellenwert", berichtet Koch. Es gebe immer mehr australische Musiker mit Barockin-strumenten. Die australische Musikwissenschaft forsche intensiv in der europäischen Musikgeschichte. "Ich kenne Wissenschaftler, die die Handschriftenabteilung der Sächsischen Landesbibliothek besser kennen als ich."

Um die Verbindung zur Tradition sächsischer Kirchenmusik zu schlagen, lädt die Melbourner Kirchgemeinde hin und wieder bekannte Leute als Musikdirektoren für eine kurze Zeit ein, so den Thomaskantor Georg Christoph Biller. Nach 2011 nimmt Koch nun ein zweites Mal die Reise auf sich. "Meine Aufgabe ist, mit St. Johns Bach Choir & Orchestra zu arbeiten, eine Kantate aufzuführen und den Gottesdienst an der Orgel zu bespielen. Weiterhin ist es Lobbyarbeit für die Kantatenreihe, die Ensembles, den Leiter."

Außerdem hat ihn Australiens Bach-Gesellschaft geladen, mit Sängern und Instrumentalisten ein Konzert im Sinne barocker Abendmusiken zu gestalten. Dabei stehen Orgelwerke und Kantaten von Bach, Buxtehude und Kuhnau auf dem Programm. "Der neue Präsident der Gesellschaft war übrigens einige Jahre Student in Leipzig und hat auch schon im Freiberger Dom gesungen", berichtet der Kantor.

Er selbst startet seine Reise nach Down Under, wie Australien gern genannt wird, mit zwei reinen Orgelkonzerten: am Sonntag in der Great Hall of Sydney University an der großen Orgel des deutschen Orgelbauers Beckerath. Zwei Tage später geht es in die Brisbane City Hall. Dort steht eine englische Orgel von 1892. Die Veranstalter rechnen mit weit über 1000 Besuchern - "und das in der Mittagszeit", so Koch.

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