Drogendealer muss dreieinhalb Jahre in Haft

Da er mehrfach gegen das Betäubungsmittelgesetz und gegen das Waffengesetz verstoßen hat, erhielt ein 41-jähriger Freiberger jetzt vom Amtsgericht die Quittung.

Freiberg.

Drei Jahre und sechs Monate soll ein mutmaßlicher Drogendealer ins Gefängnis. Ein Schöffengericht hat den ortsansässigen 41-Jährigen des unerlaubten gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln, in einigen Fällen in nicht geringer Menge, und des unerlaubten Besitzes einer verbotenen Waffe einschließlich Munition schuldig gesprochen. An der Schuld des Angeklagten hege das Gericht keinerlei Zweifel, betonte dessen Vorsitzender, Amtsgerichtsdirektor Jochen Sell, in seiner Urteilsbegründung.

Der Verteidiger des Verurteilten sieht das anders. Er hatte dessen Freispruch beantragt, weil er, wie er sagte, weder Beweise noch belastbare Indizien für die seinem Mandanten zur Last gelegten Taten sehen könne. Darüber hinaus sah er Verwertungsverbote für bestimmte Ermittlungsergebnisse der Polizei als gegeben an, weil nach seiner Meinung gesetzliche Fristen für die Durchführung richterlich angeordneter Hausdurchsuchungen nicht eingehalten worden seien.

Dem Urteil zufolge hat der Angeklagte im Jahr 2017 zwei Ausländern 20 Gramm Marihuana und 0,57 Gramm Crystal verkauft. Einer der Käufer, ein junger Tunesier, hatte bei einer Lichtbildvorlage der Polizei den Angeklagten ohne Zweifel als den Verkäufer erkannt. Vor Gericht behauptete er jedoch nun, sich damals geirrt zu haben. Doch das glaubten ihm Staatsanwalt und Richter nicht.

Bei einer Kontrolle fanden Polizeibeamte 1850 Euro in kleinen Scheinen bei dem angeklagten Mann. Obwohl er angab, damit unterwegs zu sein, um Schulden zu begleichen, deuteten die Ermittlungsresultate darauf hin, dass es sich um Erlöse aus dem Rauschgiftgeschäft handelte.

Der Angeklagte war damals Hartz-IV-Empfänger. Die Geldbewegungen auf seinem Konto deuteten laut Zeugenaussagen von Polizeibeamten auf außergewöhnliche Einnahmen hin. Mit dem Verkauf von Betäubungsmitteln habe er sich eine dauerhafte finanzielle Einnahmequelle von einigem Umfang verschaffen wollen, hieß es. Mehr als 42.000 Euro habe er durch solche Geschäfte eingenommen. Das Gericht ordnete die Einziehung des Geldbetrages an.

Bei Durchsuchungen mehrerer Wohnungen des Angeklagten hatte die Polizei auch eine Schusswaffe russischer Herkunft und über 40Stück Munition gefunden. Auch diese Dinge wurden eingezogen. Zahlreiche original verpackte Waren technischer Art, die vermutlich nicht legal erworben wurden, befanden sich ebenfalls im Besitz des 41-Jährigen. Dazu gibt es ein gesondertes Verfahren.

Der Freiberger, der aus einer Justizvollzugsanstalt vorgeführt wurde, hat bereits zahlreiche, zumeist einschlägige Straftaten in seinem Register stehen. So wie schon während des ersten Verhandlungstages machte er auch dieses Mal keine Angaben. So gab es auch kein Geständnis und keine Anzeichen von Reue. Das Urteil hat noch keine Rechtskraft erlangt. Innerhalb einer Woche kann es mittels Berufung oder Revision angefochten werden.

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