"Eberhard" reißt etliche Bäume um

Nach dem Schneebruch im Januar war es diesmal ein Sturm, der Feuerwehren und Straßenmeister auf Trab hielt. Erneut mussten Straßen gesperrt werden.

Freiberg.

Der Sturm ließ Bäume umstürzen und Äste brechen. Züge fielen aus. Straßen wurden gesperrt. Die Feuerwehren der Region waren im Dauereinsatz. Bis zum Montagmittag rückten allein die Freiberger Einsatzkräfte mehr als 30 mal aus. Am Nachmittag kamen weitere Einsätze hinzu.

Schäden in Freiberg: Hier war die Feuerwehr besonders wegen umgestürzter Bäume, abgedeckter und beschädigter Dächer und Überflutungen im Einsatz. So drohte beispielsweise in Kleinwaltersdorf ein Baum in die Telekommunikationsleitung zu stürzen. Andernorts lagen bereits Bäume in den Leitungen. Weiterhin musste ein Baum aus dem Münzbach gezogen werden, da dieser begann, sich anzustauen. Die Gefahr konnte laut Katharina Wegelt von der Pressestelle des Rathauses gebannt werden. "Insgesamt sind die Schäden in Freiberg geringer ausgefallen als die Vorhersage befürchten ließ", bemerkte Ordnungsamtsleiterin Antje Liebernickel. Trotzdem seien die Dächer der Zetkinschule, des Stadt- und Bergbaumuseums und des Kornhauses sowie des Hauses Obermarkt 16 auf der Hofseite beschädigt worden. Weil der Wind für die Hubbühne zu stark war, konnten sie die Dachdecker am Montag aber noch nicht reparieren.

Ein großer Schaden ereignete sich an der Parkstraße 5. Von dem Geschäftshaus, in dem sich auch die gynäkologische Praxis von Matthias Keil befindet, hat der Sturm einen Großteil des Daches abgedeckt. Auch ein Stück des Schornsteins sei abgetragen worden, zudem drohte die auf dem Dach angebrachte Klimaanlage abzustürzen. "Die Feuerwehr hat sofort eine Notsicherung vorgenommen und die Straße gesperrt", lobte Matthias Keil die Einsatzkräfte. Auch die Reparaturen durch Dachdecker, Kaminbauer und Elektrofirma sind noch am Montag angelaufen. "Es ist ein gutes Miteinander", so der Arzt.

Auch die Universität gehörte zu den Leidtragenden: Ein umgestürzter Baum beschädigte an der Leipziger Straße ein Dach. Er stürzte auf das Gebäude, in dem die Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik untergebracht ist. Auf Nachfrage sagte Pressesprecherin Luisa Rischer, dass der Baum weggeräumt werde und kein größerer Schaden entstanden sei. Auch eine große Werbetafel der TU vorm Karl-Kegel-Bau wurde beschädigt; sie soll wiedererrichtet werden.

Ausgefallene Züge: Weil Äste und Bäume auf den Gleisen lagen oder in den Oberleitungen hingen, kam es im Bahnverkehr ab Sonntagabend zwischen Dresden und Chemnitz zu Störungen. Am Montagmorgen fielen Regionalzüge aus. Wie ein Mitarbeiter der Pressestelle der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) sagte, wurde ein Notverkehr mit Bussen eingerichtet, "was aber nicht so einfach ist, weil es bundesweit Sturmschäden gab". "Alle verfügbaren Kräfte sind seit den Nachtstunden im Einsatz", hieß es von der Deutschen Bahn AG. Mangels Bussen wurden Fahrgäste am Montagmorgen sogar in Taxis von Dresden nach Freiberg oder Chemnitz gebracht - auf Kosten der Eisenbahn. Ab etwa 9.20 Uhr seien die Züge normal verkehrt.

Gesperrte Straßen: "Alle sechs Meistereien sind seit Stunden im Sturm-Einsatz", so Dirk Schlimper vom Landratsamt Mittelsachsen. Einige Straßen bleiben wegen Baumbruchs bis auf Weiteres gesperrt, zum Beispiel die Staatsstraße 184 zwischen Zug und Weißenborn. "Mehrere Bäume liegen dort quer. Wir kommen mit unserer Technik an Grenzen", erklärte Schlimper. Diese Abschnitte werden durch private Waldbesitzer beräumt. Mehrere Straßen sollten im Laufe des Montags wieder geöffnet werden.

Gekappter Strom: Ab 18 Uhr fiel am Sonntag in den ersten Haushalten der Strom aus. "Gegen 22.30 Uhr waren rund 8500 Kunden unversorgt. Durch Umschalten auf andere Leitungen konnten einige Kunden wieder versorgt werden. Am Montag waren gegen 1.15 Uhr dann noch einmal rund 10.000 Kunden ohne Strom", schildert Evelyn Zaruba, Pressesprecherin der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom mbH. In der Region waren Anwohner in Oberschöna, Großschirma, Berthelsdorf, Großvoigtsberg, Reichenbach, Kirchbach und Oederan betroffen. Hauptursache waren umgestürzte Bäume. Am Montagvormittag hatten noch 300 Kunden keinen Strom, beispielsweise in Wegefarth, Thierbach, Dittersbach, Breitenau, Sayda und Kleinschirma. "Die Monteure arbeiten mit Hochdruck an der Wiederversorgung", versichert Zaruba.

Einen weiteren Beitrag über die Sturmfolgen lesen Sie auf Seite 2.

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