Edeka darf von neuem Markt träumen

Edeka darf von neuem Markt träumen

Für Sie berichtet: Frank Hommel

Bekommt die Leipziger Straße in Freiberg einen großen Edeka-Markt? Auf dem Weg dahin ist der Einzelhandelskonzern am Donnerstag jedenfalls einen Schritt weiter gekommen. Die Stadträte haben der Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Zwei der 29 anwesenden Räte votierten dagegen, fünf enthielten sich.

"Das heißt nicht, dass eine Entscheidung für den Markt gefallen ist", betonte Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) nach dem Votum. Ähnlich hatte zuvor bereits sein Stellvertreter Holger Reuter betont: "Wir werben hier nicht für den Bau eines Marktes. Wir treten hier an, weil wir den Auftrag für ein geordnetes Planungsverfahren haben." In diesem Verfahren wird das Vorhaben nun umfassend geprüft, was etwa Umweltschutzaspekte angeht. Auch die Verträglichkeit mit der bisherigen Einzelhandelsstruktur werde erörtert. "Die Fachverbände können das sehr genau einschätzen", sagte Reuter auf Nachfrage von Sebastian Tröbs (Grüne). "Wenn dann die Kaufkraft nicht mehr gegeben ist, ist das ein deutliches Signal."

Im Planungsverfahren können alle Freiberger ihre Stellungnahme abgeben, die im Verfahren berücksichtigt wird. Am Ende entscheidet der Stadtrat, ob er dem Bebauungsplan zustimmt. "Sie können zum Schluss alles ablehnen", versicherte Reuter den Räten. "Sie haben alle Möglichkeiten."

Manche Mitglieder des Gewerbevereins der Stadt haben daran Zweifel. Während viele Anwohner im Freiberger Norden wieder eine bessere Nahversorgung wünschen, befürchten die Händler, ein weiterer Großmarkt könne die Innenstadt zusätzlich austrocknen. Zahlreich waren sie als Gäste zur Stadtratssitzung erschienen, zeitweise wurde die Empore wegen Überfüllung gesperrt. Doch die vorab erhobene Forderung der Händler, die Stadt solle ein neutrales Verträglichkeits-Gutachten in Auftrag geben, verhallte. Die Kosten für das jetzige Planungsverfahren übernimmt Edeka.

Sie verstehe die Aufregung nicht, sagte Jana Pinka (Linke). Sie verwies auf einen anderen Fall, bei denen die Stadträte einem Vorschlag für einen Bebauungsplan nicht folgten, als sie eingesehen hätten, dass es so nicht funktioniere.

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