Eigenes Besteck zum Christmarkt?

Die umweltfreundliche Alternative zu Messern und Gabeln aus Plastik ist auch in Freiberg erlaubt. Doch wie realistisch ist eine Umstellung?

Freiberg.

Mit eigenem Besteck zum Christmarkt gehen - das hat eine Freibergerin vorgeschlagen, als "Freie Presse" die Umweltfreundlichkeit des Freiberger Weihnachtsmarktes untersuchte. Auch Händler wissen, dass Plastiklöffel, -messer und -gabeln sicher künftig nicht mehr genutzt werden dürfen.

Denn im März beschloss das Europaparlament ein Verbot von Einwegprodukten aus Plastik. Dies soll dazu beitragen, dass die Meere weniger vermüllt werden. Vom Markt verschwinden sollen ab 2021 zunächst jene Produkte, für die es bereits Alternativen gibt. Dazu gehören Plastikteller und -besteck.

Allerdings müsste der Kunde laut Händler Ronny Thieme für Bambusbesteck 50 Cent mehr zahlen. "Und der Umweltschutz geht oft nur so weit, bis er ans Portemonnaie geht", ergänzte er. Wäre also das Mitbringen von Besteck eine Alternative? "Da müsste erst geklärt werden, ob das den strengen Hygienevorschriften gerecht wird", so Thieme.

Auf Anfrage erklärte das zuständige Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises: "Die Verwendung von eigenem Besteck durch Besucher fällt nicht unter das Lebensmittelrecht. Es ist also möglich." Doch laut Kreissprecher André Kaiser gibt es eine Einschränkung: Das Besteck muss schmutzig wieder mit nach Hause genommen werden. Eine Reinigung von privatem Geschirr in Einrichtungen, in denen gewerbsmäßig mit Lebensmitteln umgegangen wird, sei leider nicht gestattet.

Und genau darin sehen auch Christmarkt-Besucher den Knackpunkt. Elke Grimm aus Schwerin beispielsweise könnte es sich durchaus vorstellen, eigenes Besteck mitzubringen. "Aber es wieder schmutzig in die Tasche zu stecken, das gefällt mir nicht." Die 74-Jährige verweist darauf, dass es viel größere Ökoprobleme als Plastikbesteck gibt: "Wieviel Umweltverschmutzung entsteht allein durch Kriege." Auf Weihnachtsmärkten sollte ihrer Meinung nach auch nach anderen Ansätzen gesucht werden, beispielsweise das Weglassen von Plastiktüten. Ihr Mann Hartmut Grimm hält das Mitbringen von Besteck für machbar. "Aber du musst es anschließend ja auch nicht abwaschen", sagt seine Frau und lacht.

Übrigens führte das Lebensmittelüberwachungsamt bereits Kontrollen auf dem Christmarkt durch. Laut André Kaiser wurden dabei wenige Mängel festgestellt. Diese seien gleich abgestellt oder bis zur Nachkontrolle behoben worden. So seien Sulfite im Wein sowie Allergene und Zusatzstoffe in angebotenen Speisen nicht ausgewiesen gewesen.

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