Ein Delfin als Einheizer

In einer Sonderausstellung werden derzeit auf der Rochsburg Produkte gezeigt, die im Landkreis hergestellt werden. Die Palette reicht von A wie Aqua-Peeling bis Z wie Zelte. Die "Freie Presse" stellt die Macher hinter den regionalen Stücken vor. Heute: Volker Eßbach mit seiner Firma Entwicklung und Fertigung Eßbach in Freiberg.

Freiberg.

Es ist die Kälte, die das seit 1994 bestehende Unternehmen Entwicklung und Fertigung Eßbach in Freiberg dominiert. Gegründet zunächst als reine Industrievertretung mit dem Schwerpunkt industrielle Kühltechnik und -technologien, wurde 1999 mit der eigenen Fertigung begonnen: Hergestellt werden seither Kühlkörper für die Leistungselektronik. "Mit unseren Geräten führen wir zum Beispiel Wärme aus Schaltschränken ab", erklärt Ramona Eßbach, die zusammen mit ihrem Vater und Firmengründer Volker Eßbach den Betrieb mit derzeit 20 Mitarbeitern als Geschäftsführerin leitet.

Wie langweilig, könnten viele Nichttechniker denken. Doch wie spannend dürfte es auch für sie sein, zu erfahren, was noch in der großen Fertigungshalle entsteht: Heizkörper - das Gegenteil zum Hauptgeschäft. Doch es sind nicht die üblichen, rechteckigen Teile, die an der Wand hängen. Was in Frei- berg produziert wird, sind wärmende Gebilde in Delfin-Form, in Form lustiger Igel oder praktischer Schuhtrockner.


Die Idee, sich auf derartige Designer-Stücke - quasi als zweites Standbein - zu verlegen, hatte Volker Eßbach im Jahr 2009. "In Zeiten, in denen der wirtschaftliche Wettkampf immer härter wird, sollte man sich etwas einfallen lassen und breiter aufgestellt sein", sagt der Geschäftsführer. Sein Gedanke: Statt kaltem Wasser kann auch warmes durch die Edelstahlrohre fließen. Und wenn das dann noch etwas fürs Auge bietet, hätte man das Ziel, eine Nische zu bedienen, erreicht. Denn von Anbeginn an sei klar gewesen, dass es keinen Einstieg in die Massenproduktion von Heizkörpern geben wird. Vielmehr wollte man qualitativ hochwertige Produkte mit Unikat-Charakter herstellen.

So wandten sich Volker Eßbach und seine Tochter an einen regionalen Künstler. "Wir können das Technische bieten, ihn haben wir gebeten, das Kreative beizusteuern", bemerkt Volker Eßbach. Die Zusammenarbeit trug Früchte. Aber nicht auf Anhieb. "Dafür muss man schon mehrere Runden drehen", sagt Eßbach. Seine Tochter erinnert sich an die ersten Gipsmodelle. "An denen wurde ziemlich gebastelt, an einigen Stellen etwas weggekratzt, an anderen etwas aufgetragen. Das hat gedauert, bis alles passte, um die Leitungen mit dem wärmenden Wasser im Inneren aufnehmen zu können." Es entstanden der Delfin für den Badbereich und ein Igel, zum Beispiel als Ausstattung im Kindergarten. Die neueste Kreation ist ein Schuhtrockner, der, inklusive Design, komplett im Betrieb entstanden ist. "Auf die gebogenen Rohre kann man Schuhe stecken, und die Blende gestalten wir nach Wunsch ganz individuell", erklärt Ramona Eßbach. Hintergrund für diese Entwicklung war der Gedanke, dass es in vielen Wohnungen Fußbodenheizung gibt - und somit nichts, wo man schnell etwas zum Trocknen aufhängen kann.

Aktuell werden diese drei Modelle angeboten. "Wir sind aber auch in der Lage, zum Beispiel Firmenlogos, frei im Raum stehend und in entsprechender Größe, herzustellen", fährt die Geschäftsführerin fort. Anfragen habe es bereits gegeben.

Mit ihren Hauptprodukten, den Kühlkörpern, aber auch mit den individuellen Design-Heizkörpern war die Firma erst kürzlich bei der Intec, der Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und Automatisierungstechnik, in Leipzig vertreten. Jetzt freuen sich die beiden und ihre Mitarbeiter, dass ihre Produkte genauso auf der Rochsburg zu sehen sind. "Es ist schön, wenn man gefunden und auf das, was man herstellt, angesprochen wird", sagt Volker Eßbach. Denn für das Zusammenstellen der Broschüre, nach der es zu dieser Produktschau gekommen ist, seien sie von den Initiatoren aus der Landkreisverwaltung angesprochen worden.

Sie seien gerne dabei, schließlich gebe es noch viele Ideen. Denn eines haben ihre Design-Produkte gemeinsam: Sie können an jedes übliche Heizkörpersystem angeschlossen werden. "Wir sind also gerüstet, falls sich jemand, nachdem er die Schau auf der Rochsburg gesehen hat, von uns ein Pferd als Heizkörper wünscht", sagt Volker Eßbach.

Die Ausstellung "Lieblingsstücke - Fahrrad, Filzschuh, Feuerwerk" ist bis zum Sonntag, 24. März auf Schloss Rochsburg zu sehen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 16 Uhr (außer montags) . Der Eintritt kostet 4, ermäßigt 3 Euro. Artikel Alle bisher erschienenen Beiträge der Serie "Made in Mittelsachsen" können Sie im Internet lesen. www.freiepresse.de/produktschau

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