Ein Hauch von Großbritannien

Bei Abschlusskonzert des Mittelsächsischen Kultursommers am Sonntag stehen junge Chöre mit Profi- Musikern auf der Bühne. Doch von Aufregung keine Spur - der Nachwuchs gibt sich betont gelassen.

Freiberg.

Für die Chorsänger des Freiberger Schollgymnasiums ist es eine Premiere. Das große Abschlusskonzert des diesjährigen Mittelsächsischen Kultursommers, kurz Miskus, bei dem sie am Sonntag ab 17 Uhr im Freiberger Dom auf der Bühne stehen. Und zwar mit den Chören der Kirchgemeinde - also dem Domchor, dem Jugendchor des Doms, der Domkurrende - sowie den Profimusikern der Mittelsächsischen Philharmonie.

Im Programm steht die "Mass of Children" von John Rutter. Ein Stück für Erwachsene und Kinder, aber trotz dessen sehr anspruchsvoll, so der künstlerische Leiter, Domkantor Albrecht Koch. In den finalen Proben geben Domkurrende und Schollchor dem Stück den letzten Schliff. "Manche Kinder", sagt Koch, "gehen hier an die Grenzen von dem, was sie eigentlich können."

Der Miskus nennt sich selbst eines der vielseitigsten deutschen Kulturfestivals. Mit Konzerten, Operettengalas, Musicalshows, Theaterstücken, Märchen- und Familienfesten und historischen Märkten bringt der Verein Mittelsächsischer Kultursommer jedes Jahr für drei Monate Musik und Unterhaltung nach Mittelsachsen. Der Saisonabschluss nun trägt den Titel "Very British". Koch spricht von einem "Spiegel der britischen Musik". Neben den Chören und dem Orchester hat er die Solisten Julia Sophie Wagner (Sopran) und Henryk Böhm (Bariton) ins Boot geholt.

"Very British" fällt entsprechend die Musikauswahl aus: Seine "Five Mystical Songs" schrieb Ralph Vaughan Williams zu Anfang des 20 Jahrhunderts auf Gedichte von George Herbert. Etwas moderner ist John Rutters "Mass of the Children". Rutter gilt als einer der populärsten und bedeutendsten Komponisten der zeitgenössischen Chormusik. Eröffnet wird das Konzert mit einem deutschen Orchesterstück mit britischem Bezug: Die Fingalshöhle oder Hebridenouvertüre von Felix Mendelssohn Bartholdy, die er unter dem Eindruck der schottischen Fingalshöhle schrieb. "Es ist ein Programm, das viele Menschen anspricht", erklärt Domkantor Albrecht Koch, "klassisch, aber nicht zu speziell. Ein bisschen wie ein schöner, alter Hollywoodfilm."

Auf die jungen Sänger kommt also einiges zu. Trotzdem sind sie kaum aufgeregt. "Wir waren ja schon bei vielen Konzerten dabei", erklärt Mathieu Langer. Seit etwa vier Jahren singt der Zwölfjährige bei der Domkurrende. Und auch die Sänger im Schollchor sind auftrittserfahren. Für sie ist insbesondere die Zusammenarbeit mit den Profi-Musikern der Philharmonie neu. Jette Rosetz aus dem Chor des Gymnasiums genießt die Orchestermusik. "Die Klangfarbe ist toll und das Feeling mit dem Orchester zusammen ist auch total schön", erzählt die Dreizehnjährige. Die Musikauswahl findet sie ebenfalls gelungen.

"Obwohl der Komponist modern ist, ist sein Werk traditionell gehalten." In Begleitung eines Orchesters zu singen ist viel schöner als nur mit einem Klavier, findet auch Heide Müller. Mit neun Jahren ist sie als Mitglied der Kurrende eine der jüngsten Mitwirkenden des Projekts. Man darf also gespannt sein auf das Ergebnis der Zusammenarbeit unterschiedlicher Chöre, von Profis und Laien, von Kindern und Erwachsenen. Albrecht Koch macht sich jedenfalls genauso wenig Sorgen, wie seine Schützlinge. "Das ist ja das Tolle am Singen", sagt der Kantor. "Es geht am Ende nicht mehr um den Einzelnen, sondern um die Gruppe. Man trägt sich als Gruppe durch das Konzert."

Tickets für das Konzert im Dom am Sonntag ab 17 Uhr sind ab 8 Euro unter anderem im Domladen, der Tourist-Information und dem Schlosscafé erhältlich.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...