Ein Land voller Überraschungen

Viele sehnen sich danach, die Welt zu entdecken. Anja und Markus Schubert aus Halsbrücke tun es. Neun Monate reisen sie durch Afrika und berichten für "Freie Presse". Heute: Mali.

Badespaß in den Pools des Wasserfalls im Wildcamp an den Chutes de Farako.
Ein Selfie mit den Dorfbewohnern von Farako. Alle sind freundlich und wollen gern fotografiert werden.
Ein Land voller Überraschungen
Landschaft in Westmali vor Bamako. Die Straßen sind breit, die Verkehrsführung übersichtlich.

Von ANJA UND MARKUS SCHUBERT

Die Einreise nach Mali verläuft geordnet und stressfrei. Die Grenzbeamten empfangen uns freundlich und nett. Auch die Menschen begrüßen uns freudestrahlend und winken uns zu.

Von der Vegetation hat uns nun endgültig die Savanne wieder - es ist trocken und staubig, wenn auch durchsetzt mit noch recht viel Grün. An den Straßenständen werden unfassbar leckere, saftige Mangos und Orangen und viel Gemüse verkauft. Geschmacklich nicht zu vergleichen mit dem, was bei uns zuhause in den Supermärkten angeboten wird.

Auch wenn wir uns im Süden Malis recht sicher fühlen, fahren wir von der Grenze direkt nach Bamako. Nach unseren Erfahrungen in anderen Großstädten wie Dakar oder Freetown erwarten wir das Schlimmste und werden vom Charme Bamakos positiv überrascht. Die Straßen sind breit, die Verkehrsführung übersichtlich, es wird fast nicht gehupt und die Leute halten sich tatsächlich an die Verkehrsregeln und stoppen an roten Ampeln. In Bamako sind etliche westliche, gemeinnützige Organisationen aktiv, sodass wir vor allem auf unserem Zeltplatz viele Weiße sehen. Auch mit anderen Reisenden kommen wir hier ins Gespräch und verbringen ein paar nette Abende mit Gleichgesinnten.

Vornehmlich kümmern wir uns um die weitere Visaorganisation und um die Reparatur unseres Toyos. Auf Empfehlung gehen wir zunächst zum offiziellen Toyotahändler, der quasi das halbe Auto auseinandernehmen will und uns ein Angebot für über 800 Euro unterbreitet. Dabei hatten wir vorher extra erklärt, dass nur zwei Bolzen abgebrochen sind und ersetzt werden müssen, da sich das Auto ansonsten normal fahren lässt. Daher fahren wir zum nächsten Straßenmechaniker und dort wird unser Auto direkt am Straßenrand innerhalb von zwei Stunden repariert. Das Ganze kostet uns am Ende inklusive Ölwechsel gerade einmal 60 Euro. Was für eine geniale Erfahrung.

An sich hätten wir gern noch mehr von Mali gesehen, insbesondere weil das Land mit seiner über eintausend Jahre alten Geschichte auch einiges an kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Aber leider liegen die meisten Highlights wie beispielsweise die Felsen von Bandiagara (Unesco- Weltkultur- und naturerbe), die historischen Dörfer der Dogon und die größte Lehmmoschee der Welt zu weit nördlich der (noch) als sicher geltenden Linie Bamako-Segou. Das Auswärtige Amt und auch die Einheimischen warnen eindringlich davor, in diese Gegenden zu fahren, weil das Entführungsrisiko durch Terroristen enorm gestiegen ist.

Und dabei hätte man all diese Sehenswürdigkeiten perfekt mit unserer weiteren Reiseroute nach Burkina Faso verbinden können. So besuchen wir "nur" das Nationalmuseum und wenden uns dann nach Süden. Kurz vor der Grenze stoppen wir an den Wasserfällen von Farako. Da wir an einem Sonntagnachmittag dort ankommen, genießen nicht nur wir, sondern auch das halbe Dorf das herrliche Wetter. Es wird gebadet und gechillt. Alle sind unheimlich freundlich und nett, und als zwei einheimische Mädels Fotos mit uns machen wollen, beginnt ein regelrechter Foto- und Selfie-Marathon. Jeder will ein Foto mit uns. Es ist unglaublich lustig entspannt mit den Einheimischen und so verbringen wir einen sehr schönen und netten letzten Abend in Mali.

Von Nord nach Süd

Anja und Markus Schubert touren seit Wochen durch Afrika. Beide

wollen in neun Monaten den Kontinent von Nord nach Süd durchqueren. Nach der Hochzeit im September 2017 schmiedeten Markus Schubert, Jahrgang 1984, und seine gut zwei Jahre jüngere Partnerin Anja Pläne

für eine längere Auszeit. Mehrere Länder nehmen die beiden für ihre Hochzeitsreise ins Visier - ihre Wahl fällt auf Afrika. Die 1986 geborene Anja Schubert wuchs in Halsbrücke auf. Nach dem Abitur studierte sie Rechtswissenschaften an der Uni Leipzig. Nach dem Referendariat in Dresden war sie als Rechtsanwältin für Zivil- und Verkehrsrecht in München tätig. Markus Schubert, Jahrgang 1984, wuchs in Conradsdorf auf. 2003 legte er das Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium ab. Nach dem Studium zum Wirtschaftsingenieur an der TU Dresden war er zuletzt als Projektingenieur bei einem Unternehmen in Tirol beschäftigt. (acr)

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