Ein Meilenstein auf dem Weg zum neuen Radweg

Nachdem etwa 400 Radelfans für eine sichere Trasse zwischen Hilbersdorf und Freiberg demonstriert haben, rückt die Verwirklichung näher. Die Verträge dafür sind unterschrieben.

Freiberg/Bobritzsch-Hilbersdorf.

Was dem einen groß erscheint, kommt dem anderen mickrig vor. Das ist auch bei Geschwindigkeit nicht anders und lässt sich bestens am Beispiel des geplanten Radweges zwischen Hilbersdorf und Freiberg entlang der Hilbersdorfer Straße illustrieren.

Seit vielen Jahren schon steht dieses Projekt ganz oben auf der Wunschliste von André Melzer und Heiko Dreyer, beide Mitglied in der Interessengemeinschaft Radweg. Nie tat sich etwas. Im vergangenen September nun veranstalteten die Initiatoren eine Demonstration auf der Muldenbrücke am Ortsausgang Hilbersdorf. Ergebnis: Die Verwaltungen von Freiberg und Bobritzsch-Hilbersdorf wollten sich der Sache annehmen.


Und das taten sie. Am Freitag wurden im Freiberger Rathaus die entsprechenden Verträge zum Bau des Radweges von Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger und dem Bürgermeister der Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf, René Straßberger, unterzeichnet. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hatte bereits vorab die Papiere signiert. "Das mag für die Interessengemeinschaft alles ziemlich lange gedauert haben", sagte OB Sven Krüger. "Aber aus Sicht einer Verwaltung ging das unglaublich schnell."

Wann mit den Arbeiten begonnen wird, dazu wollten sich die Anwesenden noch nicht äußern. Allerdings wird die Bauphase in zwei Teilen erfolgen. Der erste Abschnitt, so Freibergs Baubürgermeister Holger Reuter, werde rund 200.000 Euro kosten. "Er sollte eigentlich vom Lasuv ausgeführt werden", sagte Reuter. "Doch haben wir nach Gesprächen darüber jetzt die Hoheit übernommen, müssen uns aber bei allem streng an die Vorgaben des Amtes halten."

Dazu zählt, dass sämtliche Vergaben für Planungsleistungen erst vom Lasuv genehmigt werden müssen. Freiberg verpflichtet sich auch dazu, im Falle, dass die Ortsumgehung, die den Radweg dann kreuzen müsste, jemals zustande kommt, den Weg entsprechend zurückzubauen.

Kompliziert wird vor allem die Querung der Mulde. "Hier haben wir ein Flora-Fauna-Habitat", erläutert Holger Reuter. "Die technische Planung dafür wird vom Lasuv ausgeführt." Man werde den nun begonnenen Weg zügig gehen und die Geschwindigkeit nicht verlangsamen. "Es ist zu einem großen Teil dem Einsatz des Landtagsabgeordneten Steve Johannes Ittershagen (CDU) zu verdanken", betonte Heiko Dreyer. "Deshalb ist jetzt endlich Klarheit über das Projekt da."


Landkreis legt Konzept vor

Rund 5,6 Millionen Euro sind erforderlich, um die Lücken im touristischen Radwegenetz von Mittelsachsen zu schließen. Diese Zahl hat Vize-Landrat Lothar Beyer (CDU) im Zusammenhang mit der fortgeschriebenen touristischen Radverkehrskonzeption für Mittelsachsen genannt, die der Kreistag im Dezember 2018 beschlossen hat.

Auf 270 Kilometer addiert sich die Länge der in dem Papier ausgewiesenen Strecken. Kritiker monieren, dass der Alltagsradverkehr bei der Planung nahezu ausgeblendet wurde. (jan)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...