Ein Mekka der Vereinsarbeit

75 Aussteller haben in der Brand-Erbisdorfer Bergstadthalle ihre Hobbys präsentiert. Und genossen einen besonderen Schutz.

Brand-Erbisdorf.

Er habe sich so sicher wie noch nie gefühlt, sagte Hans-Jürgen Fischer schmunzelnd. Und damit meinte der Vorsitzende des Stadtvereins Brand-Erbisdorf nicht den Fakt, dass die nunmehr 17.Ausstellung "Hobby und Vereinsarbeit" in der Bergstadthalle erneut auf großes Interesse stieß. Vielmehr meinte er einen ganz besonderen Schutz. Denn seit einigen Jahren müssen zur Absicherung einer derartigen Veranstaltung Kameraden der Feuerwehr vor Ort sein.

In diesem Jahr machte der Stadtverein als Organisator aus dieser Notwendigkeit eine Tugend, indem die Kameraden gleich mit großen Fahrzeugen vor der Halle parkten und so für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten (siehe Kasten).

75 Aussteller aus Brand-Erbisdorf und dem weiteren Umland waren gekommen, um sich und ihre Hobbys zu präsentieren. "Mehr passen auch beim besten Willen nicht in die Halle", resümierte Fischer. Von Sport bis Basteln, von Handwerk bis Spaß war alles dabei. Die Akteure lockten wieder rund 3000 Besucher an beiden Tagen an. Doch redet auch Hans-Jürgen Fischer nicht lange um ein sich stärker ausprägendes Problem herum: Der Altersdurchschnitt der Aussteller ist sehr hoch und die Nachwuchsgewinnung zunehmend schwerer. "Das sind doch in erster Linie Traditionen, die hier herübergebracht werden", so Fischer. "Aber bei den Jungen kommt meistens nur an, dass es Arbeit ist." Vereinstätigkeit müsse man einfacher erklären und vermitteln, dass es hier auch um eine gutes Stück von Lebensqualität geht, die man mit einem Hobby für sich erreichen kann.

Der Stadtverein nimmt sich der Frage auf seine Art an. So wurden kürzlich erst zwei jüngere Mitglieder in den erweiterten Vorstand berufen, damit sie in die Aufgaben hineinwachsen können. "Außerdem werden die Einnahmen dieser Ausstellung, also die Spenden, die Besucher abgeben, an die Jugendarbeit in der Stadt weitergereicht", erklärte Hans-Jürgen Fischer. Wenn es Projekte in der Kinder-und Jugendarbeit gibt, können sich die Akteure um Unterstützung beim Stadtverein bewerben. "Wir fördern das dann im Bereich des uns Möglichen."

Unter den Ausstellern waren auch diesmal wieder einige neue Gesichter. Neun Einzelaussteller und ein Verein präsentierten erstmals die Ergebnisse ihrer Arbeit.


Die Floristin: Dekoratives aus Blumen, Holz und Bambus

Seit sie denken kann hat Katharina Zschach aus Hilbersdorf gerne gebastelt. Und so war es kein Wunder, dass sich dies mit ihrer Liebe zu Blumen und anderen natürlichen Materialien irgendwann verband. Die gelernte Floristin zeigte auf der Ausstellung die Möglichkeiten, die Holz, Trockenblumen und selbst Bambus bieten, um dem eigenen Heim etwas mehr Atmosphäre zu geben. "Heute habe ich daraus ein Kleingewerbe gemacht", sagt sie. Kaum etwas, das sie nicht nutzt. Aus Papprollen macht sie kleine Schneemänner, aus Schiefertafeln, die vom Dachbau übrig blieben, schöne Tischdekoration. (wjo)


Der "Holzwurm": Laubsägen und Drechseln als Leidenschaft

Seit 30 Jahren ist die Arbeit mit Holz das Hobby von Sven Schönberger aus Freiberg. "Mit 13 Jahren habe ich damit angefangen", erzählt er. "Zunächst mit Laubsägearbeiten, seit zehn Jahren drechsle ich auch." Ob Fensterbilder, Schwibbögen, Bergmänner oder der kleine Maulwurf - seine Arbeiten haben einen ganz eigenen Charme, der großartig zur nahenden Weihnachtszeit passt. Seine Frau Antje sei die Ideenlieferantin, gesteht er. Ihre Vorschläge setzt er dann um. Und die Schwiegermutter steuere unter anderem Strickmützen für die Figuren bei. (wjo)


Die Feuerwehr: Hobby und Berufung zugleich

Mit einem Löschgruppenfahrzeug, einer Drehleiter und viel technischer Ausstattung waren die Kameraden der Brand-Erbisdorfer Feuerwehr erstmals bei der Ausstellung dabei. Sie wollten nicht nur vorführen, womit sie arbeiten, sondern noch mehr erreichen. "Es geht uns darum, dass wir dafür begeistern, bei uns mitzumachen", erklärte Matti Adlung. Nicht nur bei der Jugendfeuerwehr werde Nachwuchs gesucht, sondern es seien auch gestandene Frauen und Männer für die ehrenamtliche Tätigkeit zum Schutz der Menschen herzlich willkommen. (wjo)

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