Ein neuer Stadtrat - viele Herausforderungen

In den vergangenen fünf Jahren ist viel passiert in Freiberg. Manches ist aber auf der Strecke geblieben. Und so dürfte den Kommunalpolitikern so rasch nicht langweilig werden.

Freiberg.

Viele Projekte haben die Freiberger Stadträte seit 2014 auf den Weg gebracht und Dinge zuhauf in der Stadt angestoßen. Daran hat Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) in seiner Ansprache zur konstituierenden Sitzung des Gremiums keinen Zweifel aufkommen lassen. "Freiberg ist so schön wie nie zuvor", betonte der OB.

Straßen und Plätze seien saniert worden, unter anderem der Buttermarkt, wo allein rund 800.000 Euro in ein neues Pflaster, in Sitzgelegenheiten und in die Beleuchtung flossen. Das Kornhaus sei, so Krüger, eine der schönsten Bibliotheken Sachsens. Bis zum Umzug der Einrichtung im September 2015 pumpte die Stadt 7,3 Millionen Euro in den Innenausbau. Geld floss genauso in die hiesigen Grund- und Oberschulen. Im nächsten Jahr will die Stadt alle 13 Schulgebäude modernisiert haben. Und bald verfügt Freiberg laut OB über 32 moderne Kindertagesstätten mit in Summe 5800 Betreuungsplätzen.


Bald deshalb, da bis 2021 drei weitere Kitas gebaut werden sollen. Auf dem Areal des früheren Forschungsinstituts für Nichteisenmetalle wird eine neue, größere Kita für die jetzige "Villa Kunterbunt" errichtet. Statt 60 stehen hier in Zukunft 140 Plätze zur Verfügung. Laut Stadt sind die Planer am Zug; zudem werden Fördermittelanträge erarbeitet. An der Berthelsdorfer Straße soll eine neue Einrichtung entstehen, in der 120Mädchen und Jungen betreut werden können, davon 39 im Alter von bis zu drei Jahren. Auch am Hirtenplatz wird ein Neubau mit Platz für bis zu 60 Kinder hochgezogen.

Doch die alten Stadträte haben ihren Nachfolgern weitere offene Baustellen hinterlassen. Zwar gibt es Konzepte, wie der Leerstand in der Innenstadt bekämpft werden kann, ob diese verfangen, ist unklar - unter anderem lobt die Stadt seit 2016 einen Gründerwettbewerb aus. Außerdem will die Kommune zwei Gebäude in der Petersstraße in Eigenregie auf Vordermann bringen. Was ebenfalls auf der Agenda steht: Der Bau einer Vierfeldhalle in Friedeburg, ein Projekt, das für Debatten sorgt. Denn manche Lehrer und Eltern sind gegen einen Neubau - im Gegenzug sollen die Sportstätten der Böhme-Grundschule und der Ohain-Oberschule abgerissen werden. Die Sportler begrüßen das Ganze. Zurzeit sind die Planer mit dem Vorhaben, das geschätzt mehr als 13Millionen Euro kosten dürfte, beschäftigt.

Auch das Herderhaus gehört zu den größeren Maßnahmen: Das Gebäude soll saniert und zum Stadtarchiv umgebaut werden. Zudem entstehen eine Tiefgarage sowie ein Ergänzungsbau, der als Depot für das Stadtarchiv sowie des Stadt- und Bergbaumuseums dient. Gesamtkosten: gut 20 Millionen Euro.

Ein dicker Brocken: Die Entwicklung des Bahnhofsgebäudes. Rund 18 Millionen Euro an Ausgaben stehen im Raum. Momentan biegen die Verhandlungen zwischen der Stadt und dem bisherigen Eigentümer in die Zielgerade ein. Man sei in der finalen Abstimmung, hieß es am gestrigen Dienstag aus dem Rathaus. Ist alles in trockenen Tüchern, kann ein Nutzungskonzept erstellt werden. Neben dem Bahnhofsbetrieb mit Ticketverkauf, öffentlicher Toilette, Café und Reisebedarfsladen sind Büros für Existenzgründer denkbar. Auch Teile der Stadtverwaltung könnten in ein saniertes Bahnhofsgebäude umziehen.

Stadtrat zu sein ist ein zeitintensives Ehrenamt, und das wird es bleiben. Das verdeutlichen folgende Daten: In der letzten Legislaturperiode traf sich das Gremium zu 57 Sitzungen, darunter zwei Sondersitzungen, hat 625 Beschlussvorlagen behandelt und 601 Beschlüsse gefasst.

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