Ein Spagat namens Mittelsachsen

Zwischen Neuhausen und Zettlitz liegen Welten. Vielfalt und Gemeinsamkeiten des 2008 gegründeten Landkreises zeigt eine neue Broschüre in ungewöhnlichen Bildern.

Freiberg.

Ein Kind aus Augustusburg wünscht sich zwei Geschwister. Eine Oederanerin will, dass ihre Tochter nach dem Studium eine Arbeit in der Region bekommt. Eine Unternehmerin aus Brand-Erbisdorf hofft auf eine gute Zukunft ihres Familienunternehmens. In der Broschüre "Mein Mittelsachsen" äußern Einwohner ihre Wünsche und Hoffnungen. Und oft sind es Menschen wie ich und du - das ist das Besondere an dem Heft. Den Machern gelingt es, das Langweiler-Wort Leitbild in lebensbejahende Bilder (und Sätze) zu fassen. Die Macher, das sind Behördenmitarbeiter, Kreisräte und Bürger sowie Sylva-Michèle Sternkopf und Stefanie Hartmann von der Dr. Sternkopf media group Flöha. Vorausgegangen sind ein Workshop und eine Fragebogenaktion. Das Leitbild für die nächsten zehn Jahre kostete rund 8000 Euro; hinzu kommen die Druckkosten, "die noch nicht final feststehen", so ein Kreissprecher. Zunächst sei eine Auflage von 5000 Stück geplant.

Mit im "Mein-Mittelsachsen"-Team war auch Elisabeth Schwerin, Gründerin des Müllerhofs Mittweida. Die Grünen-Kreisrätin warb in der Kreistagsitzung für die 48-seitige Broschüre: "Jetzt haben wir ein Leitbild, das wir überall mit hinnehmen können." Zugleich plädierte sie dafür, dass mit den Visionen gearbeitet wird.

Ähnlich äußerte sich Sylva-Michèle Sternkopf: "Das Leitbild soll nicht in Aktenschränken vor sich hindümpeln." Die sechs Visionen seien mit vielen Beispielen untersetzt worden. Mit Herzblut wird für Mittelsachsen geworben. Doch nicht alles ist rosarot dargestellt. Die ärztliche Versorgung auf dem Land könnte besser sein, heißt es in der Broschüre. Es müsse gelingen, neue Ärzte anzusiedeln. Damit könne die Wartezeit beim Arzt verkürzt werden und jeder in akzeptabler Zeit einen Termin bekommen.

Warum Schwarz-Weiß-Fotos verwendet wurden, fragte Kreisrätin Petra Steidten (Linke). "Das betont den Charakter eines Menschen mehr", erklärte Sternkopf. Als Farbtupfer tauche das Mittelsachsen-Blau auf, auch bekannt durch die Kreis-Eingangsschilder.

Landrat Matthias Damm (CDU) dankte Sylva-Michèle Sternkopf in der Kreistagsitzung für die gute Zusammenarbeit und verabschiedete sie mit den Worten: "Grüßen Sie Ihre Engel." Die Unternehmerin ist auch Firmenchefin von Sternkopf Design, das die Sternkopf-Engel herstellt.

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