Einbruch in Reinsberg: Täter bereits abgeschoben

Ein Asylbewerber hatte gegen ein Urteil des Chemnitzer Amtsgerichtes Berufung eingelegt. Zur Verhandlung am Land- gericht erschien er nicht. Aus gutem Grund.

Chemnitz/Reinsberg.

Vor der 8.Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz unter Vorsitz von Richterin Karin Troxler sollte am gestrigen Dienstag die Berufung eines 42-jährigen Mannes verhandelt werden, die dieser gegen ein Urteil des Chemnitzer Amtsgerichtes eingelegt hatte.

Das hatte ihn nach dreitägiger Verhandlung im Februar dieses Jahres des gemeinschaftlichen Wohnungseinbruchsdiebstahls und der gemeinschaftlichen Sachbeschädigung schuldig gesprochen und ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Gegen seinen Komplizen wurde eine Freiheitsstrafe von acht Monaten verhängt, die er akzeptiert hat.

Zusammen mit einem Landsmann hatte der Angeklagte im Herbst 2017 in Reinsberg bei Freiberg ein Einfamilienhaus ausgekundschaftet, in dem er wertvolles Diebesgut vermutete. Gemeinsam versuchten die beiden Einbrecher, die Tür zu dessen Terrasse aufzuhebeln. Nachdem ihnen das nicht gelungen war, beschlossen sie, die Tür mit schweren Gegenständen einzuwerfen. Sie drangen in das Haus ein und entwendeten Geld, Smartphones, ein Tablet und mehrere Schmuckstücke.

Nach ihrer Entdeckung flüchteten sie und verloren dabei einen Großteil ihrer Beute. Lediglich etwas Bargeld und ein Ring blieben ihnen.

Der aus Georgien stammende und vor einigen Jahren nach Deutschland Eingereiste erschien nicht zur Verhandlung. Ursprünglich hieß es, er befinde sich in einer Justizvollzugsanstalt. Dann erhielten Staatsanwaltschaft und Gericht jedoch die Mitteilung, dass der Angeklagte nach Ablehnung seines Asylantrages bereits im März dieses Jahres in seine als sicheres Herkunftsland klassifizierte Heimat abgeschoben worden ist. Damit war der Grund für sein Fernbleiben klar.

Die Staatsanwaltschaft beantragte deshalb, die Berufung zu verwerfen. Das Gericht folgte diesem Antrag. Das Urteil ist nun rechtskräftig, die Strafe kann aber nicht vollzogen werden. Möglich würde dies nur, wenn der Verurteilte erneut versuchen sollte, illegal nach Deutschland einzureisen. (jher)

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