Eine Ahnengalerie für den Messeplatz

Künstler Gottfried Kohl hat ein Relief zur Geschichte der TU Bergakademie geschaffen. Architekt Volker Benedix will es an einem prominenten Platz wieder aufstellen.

Freiberg.

Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass der Freistaat offiziell mit den Bauarbeiten auf dem Messeplatz begonnen hat. In den kommenden Jahren sollen dort eine neue Universitätsbibliothek samt Hörsaalzentrum und ein neues Forschungszentrum entstehen. Doch die Erweiterung des sogenannten Wissenschaftskorridors, der Innenstadt und Campus miteinander verbindet, weckt auch künstlerische Interessen. Der Architekt Volker Benedix hat dazu Vorstellungen erarbeitet. Er will das Werk des Künstlers Gottfried Kohl.

Der Bildhauer Kohl schuf nicht nur Tierplastiken, die im Tierpark zu finden sind, oder den Fortunabrunnen an der Petersstraße. Anfang der 1960er-Jahre fertigte er auch ein Relief, auf dem er die Köpfe bedeutender Universitätspersönlichkeiten wie Abraham Gottlob Werner, Karl Kegel und Adolf Ledebur darstellte. Eine zweite Steinplatte verewigt weitere Namen und stellt kurz die Geschichte der Bergakademie dar. Beide Tafeln waren über Jahrzehnte hinweg nahe der jetzigen Unibibliothek zu finden, eingesetzt zwischen überdimensionierte bergmännische Türstöcke aus Holz - quasi eine Art Ahnengalerie.

"Diese Türstöcke waren mit den Jahrzehnten dann einfach zu morsch geworden", sagt Volker Benedix. Vor einigen Jahren wurden sie abgebaut, die Reliefs verschwanden in einem Lager. Aus dem sollen sie nun wieder herausgeholt werden, wenn es nach den Plänen von Volker Benedix geht. Benedix verband eine Freundschaft mit dem 2012 verstorbenen Künstler Gottfried Kohl. Kohl selbst war ob der Entfernung der Reliefs untröstlich.

Er hat seine Pläne bereits der Stadt und der Universität vorgestellt. Unterhalb der neu entstehenden Gebäude auf dem Messeplatz, nahe dem Schlüsselteich, sollten demnach wieder Türstöcke aufgestellt und die Reliefs angebracht werden. So werde dem Wissenschaftskorridor ein charakteristisches Gesicht und der Stadt ein Kunstwerk von hohem Wiedererkennungswert zurückgegeben, sagte Benedix: "Es wäre eine großartige Sache, das Erbe von Gottfried Kohl an solch privilegierter Stelle zu bewahren."

Benedix hat bereits über die Aufstellung der Reliefs hinaus gedacht. "Der Pfad Richtung Silbermannstraße geht von den Stöcken weiter und mittels einer kleinen Brücke überquert man dabei den Rand des Schlüsselteiches", sagt er. Damit seine Vorstellungen nun Realität werden können, fehlt es aber noch an einem, wenn auch entscheidendem Detail: Benedix braucht noch einen Auftrag.

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