Eine Fahrt durch das Lichterland

Rund um den ersten Adventssonntag sind nicht nur in den größeren Orten die Weihnachtsmärkte geöffnet. Auch auf den Dörfern werden Lichter angezündet. Viel vom Geist der Weihnacht ist hier zu finden. Das zeigt eine kleine Rundreise.

Freiberg.

Die große Frage, die sich Stressgeplagte alljährlich im Advent stellen, ist: Wo findet man noch den Geist der Weihnacht? Gut, in strahlenden Kinderaugen. Da gehört er auch hin. Aber sonst? Auf dem Striezelmarkt in Dresden etwa? Der ist zwar hübsch und hunderte Jahre alt, aber in dem Gedränge dort kommt man kaum vorwärts. Da verweht der Weihnachtsgeist mitsamt dem Glühweinduft.

Doch es gibt eine Lösung: jene kleinen Märkte auf den Dörfern, die meist nur einen Tag öffnen und organisiert werden von Vereinen oder Einzelpersonen. Dorthin könnte der Geist der Weihnacht sich zurückgezogen haben. Da viele dieser Märkte parallel stattfinden, war es am Samstag eine Herausforderung, nur einen Teil von ihnen besuchen zu können. Doch was solls? Los geht's!

14.25 Uhr: Noch schnell auf dem Freiberger Christmarkt ein Stück vom Riesenstollen, gereicht von der zarten Hand der Silberstadtkönigin Julia I., verdrückt. Den Zuckerstaub von den Fingern geklopft und dann ab auf die Strecke.

14.53 Uhr: Ankunft in Reinsberg. Und am liebsten will man hier gleich den Rest des Tages bleiben. Denn so stellt man sich einen Weihnachtsmarkt vor: Zwölf Buden mit allerlei Leckereien und potenziellen Geschenken, ein Kinderchor und gemeinsames Anschieben der Pyramide. Und all das in kuscheliger Atmosphäre. Zum 25. Mal fand der Markt heuer statt. Organisiert hat ihn vor allem Annett König, doch gibt sie an diesem Tag den Staffelstab an Juliane Schmieder weiter. Dank vieler Sponsoren war es möglich, einen großen Schwibbogen zu erwerben, der den Marktplatz bereichert. "Außerdem überreichen wir an diesem Tag die Welterbeurkunde an den Verein IV. Lichtloch", strahlt Bürgermeister Bernd Hubricht (CDU). Leider drängt die Zeit - weiter geht's!

15.49 Uhr: Der Heimatverein Niederbobritzsch hat auf dem Platz vor dem Edeka-Markt wieder für ganz viel Weihnachtsgefühl gesorgt. Rund um die Feuer wird sich aufgewärmt, Glühwein tut sein Übriges. Und die Blaskapelle der örtlichen Feuerwehr spielt anheimelnde Melodien. "Erstmals ist es so, dass drei der vier Hütten dem Heimatverein gehören", so Vereinschef Frank Wersig. Eine weitere komme privat dazu. Um 17 Uhr wird feierlich die schöne Pyramide vor der Gaststätte "Goldener Löwe" in Gang gesetzt.

16.35 Uhr: Klasse! Wintereinbruch! Auf dem Weg Richtung Neuhausen bremst Schneefall den Reisenden aus. Rutschig und tückisch wird die Strecke. Also runter vom Gas. 17.15 Uhr: Der Neuhausener Ortsteil Dittersbach vibriert förmlich vor Vorfreude. Edel verpackt wartet die große neue Pyramide auf ihre feierliche Enthüllung. Das vier Meter hohe künftige Wahrzeichen des Ortes wurde vom Stammtisch-Team angeregt und von Jens Müller aus Leipzig gefertigt. Um 18.03 Uhr hebt sich endlich der Vorhang, begleitet von Feuerwerk und Tamtam. Das Besondere an der Pyramide ist, dass sie im gotischen Stil und aus Metall gebaut ist. Um die Enthüllung herum wurde ein zauberhaftes Fest mit allerlei Leckereien zelebriert, was die Kälte vergessen macht.

18.54 Uhr: Der Biber, das Maskottchen von Oberbobritzsch, ist leider schon weg, als das Lichterfest am Feuerwehr-Gerätehaus erreicht wird. Ebenso der Weihnachtsmann. Macht nichts. Viele freundliche Menschen feiern eine echte Adventsparty, sowohl draußen als auch drinnen. Ein Zauberer zeigt seine Tricks, Kinder basteln oder backen fröhlich allerlei Dinge und die Älteren freuen sich darüber, mal wieder beisammen zu sein.

Fazit: Es gibt ihn, den Geist der Weihnacht. Er hat sich nur dahin zurückgezogen, wo er selbst es am schönsten findet.

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