Eine Frage des Gewichts

Hier steht, was wirklich wichtig ist. Zum Frühjahr gehören bekanntlich Diäten. Jetzt stehen sie unter einem ganz neuen Stern.

Es ist ein Thema, über das man sicherlich ohne Pausen reden könnte: Das Körpergewicht. Was gibt es nicht alles schon an Diäten! Eine der bekanntesten war mal FdH (also: Friss die Hälfte). Hat aber nur sehr selten funktioniert. Sport treiben ist sicher sehr probat, wäre da nicht die unglaublich überdimensionierte Größe des Inneren Schweinehundes, dem man sich so ungern tagtäglich stellen möchte. Heutzutage versprechen einem unzählige Diätvarianten den definitiven Erfolg, ganz ohne den berüchtigten Jo-Jo-Effekt, jener Schrecken all derer, die es mittels überirdischer Beherrschung und Disziplin geschafft haben, das eine oder andere Kilo verschwinden zu lassen. An dieser Stelle jedoch ist die Rede von einer völlig neuen Möglichkeit, den Pfunden Adieu zu sagen. Und es ist nicht auszuschließen, dass diese Variante irgendwann als das "Krüger-Phänomen" in die Historie moderner Abnehmtechniken eingehen wird. Denn dahinter steckt Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger. Um allerdings der ganzen Wahrheit die Ehre zu geben, allein entwickelt hat er die Idee nicht. Vielmehr stand ihm dabei die Steuerungsgruppe "Fair Trade Town" zur Seite. Den Gedanken fair gehandelter Produkte stets im Hinterkopf, trug man nämlich dem Silberstadtoberhaupt eine Wette an, in welche Krüger prompt einschlug. Es geht darum, dass die Freiberger am kommenden Sonnabend, also am 15. Juni, all die Kleidung oder andere Textilien, welche sie zu Hause haben und die aus fairem Handel stammen, von 10 bis 16 Uhr an den Schlossplatz bringen und dort wiegen lassen. Übertrifft das Ergebnis das Körpergewicht des OB, so hat dieser seinen Teil der Wette verloren und gibt pro angeschlepptes Kilo einen Euro an ein soziales Projekt. Was im ersten Moment wie eine fröhliche Idee klingt, entpuppt sich bei längerem Nachdenken als ein geradezu ausgeklügelter Plan. Denn der Stadtchef gibt durchaus zu, dass er mit seinem Eigengewicht wenig glücklich ist. Da er auch gerne etwas für den Fair-Trade-Gedanken tun und den Bürgern Freibergs entgegenkommen möchte, hat er sich selbst schon seit einer Weile ordentlich Druck gemacht - wie er verrät - um am kommenden Samstag weniger Gewicht auf die Waage zu bringen, und somit den Sieg der "Gegenseite", den er selber auch herbeiwünscht, wahrscheinlicher zu machen. So manches Kilo hat er bereits verloren und angekündigt, damit vorerst nicht einzuhalten. Grandiose Idee und eigentlich ganz einfach, auch von Seiten aller Diätgeplagten sei dafür ein brausender Beifall gesandt. Man muss sich also ein Ziel setzen, nach Möglichkeit eines mit einem sozialen Gedanken. Darauf hätten die Diät-Gurus aber auch schon mal früher kommen können: Altruismus gegen Übergewicht! Der Planet würde zu einem besseren Ort, bevölkert mit lauter schlanken Menschen, die ihr Idealgewicht in wahrer Geberlaune erreichten. Übrigens, bevor mancher Schelm, der einen Sitz im neuen Stadtrat ergattert hat, sich entsprechende Hoffnungen macht: Es ist nicht anzunehmen, dass auch die Stimme des Oberbürgermeisters an Gewicht verlieren wird.

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