Eine Kirche voller Yogamatten

Eine besondere Premiere an einem besonderen Ort: 30 Frauen haben an der Body & Mind Night in der Nikolaikirche teilgenommen.

Freiberg.

Das war wirklich neu in Freiberg: 30 Frauen unterschiedlichen Alters haben sich im Sport-Outfit in der Freiberger Nikolaikirche getroffen, um an der Body & Mind Night teilzunehmen. Darunter versteht sich ein Triathlon bestehend aus einer Lauf- , einer Fitness- und einer Yoga-Einheit. "Ich wollte mal was Neues machen, mal raus aus dem Studio, rein in die Stadt", sagt Organisatorin Sandra Wolff, die mit ihren Eltern das Fitnessstudio Lady Center führt.

18.15 Uhr: Rucksack und Yogamatte abgestellt, ging es direkt los - eine Runde um die Stadtmauer laufen mit Lauftrainer Bernd Wolff oder eine Runde walken mit Fitnesstrainerin Jana Wolff. Die beiden haben das Frauenfitnessstudio vor 25 Jahren eröffnet; Tochter Sandra ist mit eingestiegen ins Familienunternehmen und hatte die Idee zur Veranstaltung. Nach der Laufeinheit haben die Sportlerinnen auf dem Buttermarkt durchgeatmet und sich gedehnt. Passanten staunten nicht schlecht, was sich da zwischen Kirche und Theater abspielt. Die Stimmung: gut und ausgelassen.

Die Nikolaikirche selbst - sie wurde 1975 entwidmet und an die Stadt Freiberg verkauft - wird normalerweise für Ausstellungen, Messen Konzerte und Auftritte oder für festliche Anlässe wie Hochzeiten oder Zeugnisausgaben genutzt. Am Samstagabend war der Boden des Kirchenschiffs mit zahlreichen Isomatten bedeckt - im Corona-Abstand von anderthalb Metern zueinander. Das Licht gedimmt, gut 100 Kerzen flackerten, es duftete nach Sandelholz und Lavendel. Die Läuferinnen stärkten sich mit gesunden Snacks wie bulgurgefüllten Tomaten, Bananenbrot, Süßkartoffelsuppe oder Heidelbeer-Grieß-Kuchen.

19.15 Uhr: Mit Liegestützen, Rumpfaufrichten und Co begann das Core-Training gezielt für die Rumpfmuskulatur. Sandra und Jana Wolff brachten die Teilnehmerinnen ordentlich ins Schwitzen; Muskelkater vorprogrammiert. Die Stimmung: "Ja, das hatte es in sich. Aber es war schön!", sagte eine der Teilnehmerinnen. Und warum Sport in einer Kirche? Sandra Wolff: "Ich finde diesen Ort sehr schön. Ich dachte: Hier mal eine Yoga-Stunde machen, das wäre toll." Die Anmietung über das Stadtmarketing sei unkompliziert gewesen.

20.15 Uhr: Yoga unterm Kirchendach. Dreimal "Ommm" erfüllt den gesamten Raum. Die Akustik in der Kirche, die gemütliche Atmosphäre, die Stille beim Entspannen sorgten für ein ganz neues erlebbares Gefühl. "Ich finde es wichtig, dass es beim Sport nicht nur um den Körper, sondern auch um den Kopf geht", sagt Wolff. Übungen zur Stärkung und für mehr Stabilität rundeten das Programm ab. Die Stimmung: tiefenentspannt, glücklich, leicht müde. "Wir sind aber nicht nur im Yoga zu Hause", erklärt Wolff später, "bei diesem achtsamen Triathlon bilden wir das ab, was bei uns im Studio gewünscht ist."

21:30 Uhr: Durch die Kirchenfenster dringt kein Licht mehr herein. Häppchen und Snacks sind verputzt, die Yogamatten wieder zusammengerollt. Das Fazit? "Ich bin ganz beseelt und glücklich und freue mich, dass ich so viele leuchtende Augen gesehen habe und viele Mädels einen schönen Abend hatten", sagt die 32-Jährige. Ob es eine Wiederholung geben wird? "Das wäre natürlich schön, aber ob es wieder die Nikolaikirche wird oder ein anderer besonderer Ort, das wollen wir uns offen halten."

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