Eine Runde wie gemalt

Gute Vorsätze fürs neue Jahr sollten sofort im Auge behalten werden. Mehr körperliche Bewegung gehört eventuell dazu. "Freie Presse" stellt eine Wandertour um Sayda vor.

Sayda.

Mit dem Malerweg in Sayda wurde ein Kleinod geschaffen, das in bemerkenswerter Weise Wandern und Kunstgenuss miteinander verbindet. Es bietet sich an, zuerst die kleine Runde durch die Bergstadt zu laufen und dann ins Umland zu gehen. Parkplätze sind in der Bergstadt genug vorhanden, so zum Beispiel am Roßplatz. Von da sind es nur ein paar Schritte bis zum Heimatmuseum "Hospital zu St. Johannis", wo eine große Tafel mit einer Karte des Weges hängt. Über die Straße Am Wasserturm, die Neue Gasse und den Lutherplatz kann der westliche Teil der Stadtrunde erkundet werden. Weiter geht es an der Kirche vorbei zum Wallgraben und zum Voigtsdorfer Weg. Unterwegs sind nicht nur die Bilder beeindruckend, sondern auch die Aussicht nach Südwesten bis hin zum Schwartenberg ist es.

Zwischen altem Sportplatz und Bergstadtstadion wird der Kernort Sayda verlassen. Die Spaziergänger orientieren sich an einer gelben Markierung. Auch hier finden sich immer wieder die typischen Staffeleien mit den Nachbildungen der Kunstwerke. Nach der B 171 geht es auf der Trasse der alten Schmalspurbahn Mulda-Sayda weiter. Die Strecke wurde schon 1966 stillgelegt.

Bald beschreibt der Weg einen weiten Bogen und führt über eine alte Eisenbahnbrücke. Die Kreuztannenstraße wird überquert. Die Wanderer halten sich weiter an die frühere Bahnstrecke. In Friedebach nahe dem Café Dahmen gibt es einen Wegweiser zur Kreuztanne. Der relativ gerade Weg übers Feld, hinauf zum Kammweg ist auf kaum einer Wanderkarte vollständig eingezeichnet, kann aber gut gelaufen werden.

Unterwegs gibt es mit der Alten Brechstube einen der schönsten Blicke der Tour, den Malerin Anke Griesbach nicht umsonst in allen vier Jahreszeiten festgehalten hat. In Brechstuben wurde Flachs in Öfen getrocknet. Die permanente Brandgefahr wollte man nicht im Dorf haben. Deshalb stehen die Gebäude immer außerhalb. Auf dem Kammweg angekommen, den an dieser Stelle die Alte Poststraße bildet, halten sich die Leute auf Schusters Rappen nach rechts. Wer will, kann im Hotel und Gaststätte Kreuztanne einkehren. Danach geht es auf der Poststraße weiter. Nach Südosten schaut man ins sächsisch-böhmische Grenzgebiet.

Am Großen Vorwerk wird die Staatsstraße nach Neuhausen passiert. Die Wanderer müssen bald danach rechts abbiegen. Ausgeschildert sind der Schwemmteich, das Kleine Vorwerk und Sayda. Der Schwemmteich liegt sehr idyllisch und hat natürlich auch Maler angelockt. Der wellige Weg führt weiter bis zum altsächsischen Gasthof Kleines Vorwerk, das unter anderem Hotel und Restaurant beherbergt und zu einer Pause lockt. Über ein Skiareal und den ehemaligen Bahnhof mit einem Bild vom Verladen der Ernte aus dem Jahr 1951 geht die erlebnisreiche Runde zu Ende.

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Landschaft fasziniert Künstler

Der Ort Sayda und seine Umgebung haben Künstler immer wieder inspiriert, diese auf die Leinwand zu bannen. 2014 entstand in der Bergstadt die Idee, das kulturelle Erbe den Besuchern näher zu bringen. Nur durch Spenden und ehrenamtliche Mittel wurde der Malerweg ins Leben gerufen, den man seitdem auf inzwischen über 30 Bilder erweitert hat. Auf einer Staffelei ist jeweils das Motiv dargestellt, das mit der heutigen Ansicht verglichen werden kann.

Die meisten Werke auf dem Malerweg sind von Kurt Preißler, der 1893 in Sayda geboren wurde. Er studierte auf der Kunstakademie in Dresden und stellte auch regelmäßig in der Landeshauptstadt aus.

Preißler und seine Frau wurden 1945 in Dresden ausgebombt. Dabei verlor er fast seine gesamten bisherigen Werke. Danach ging der Künstler zurück in seine Geburtsstadt Sayda und widmete sich erzgebirgischen Landschaften sowie Bildern aus dem Bergbau, der Industrie und einige Portraits. 1968 starb er in der Lungenheilanstalt Lichtenwalde. (jz)

www.sayda.eu/tourismus/malerweg


280 Höhenmeter zu meistern

Die Bergstadt Sayda hat knapp

1800 Einwohner und nimmt eine Fläche von 35,3 Quadratkilometern ein. Außer dem Kernort gibt es weitere vier Ortsteile.

Details zur Strecke: Länge der Tour: 14,7 Kilometer. Start und Ziel: Roßplatz in Sayda. Gesamtanstieg: circa 280 Höhenmeter. Höchster Punkt: 728 Meter über dem Meeresspiegel an der Alten Poststraße nahe der Kreuztanne; Tiefster Punkt: 597 Meter am Café Dahmen in Friedebach.

Unser Autor Jens Zeidler ist promovierter Informatiker und arbeitet bei der "Freien Presse" als Controller. In seiner Freizeit geht der 53-Jährige gern wandern und gibt Tipps für andere Leute auf Schusters Rappen. In Mittelsachsen sind es bereits über 50 Wanderbeiträge. (jz)www.freiepresse.de/wanderlust

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