Endspurt auf Platz der Einheit

Die Freiberger Sportanlage ist aufwendig saniert worden. Die Freude darüber ist aber durch den Zeitverzug getrübt.

Freiberg.

Für nächste Woche ist die Abnahme der Nach- und Restarbeiten geplant, am 16. September sollen die Sportanlagen auf dem Platz der Einheit in Freiberg wieder in Betrieb gehen. Das hat Katharina Wegelt von der Stadtverwaltung auf Nachfrage von "Freie Presse" erklärt. Bei Sportlern hatte sich die anfängliche Freude, dass der Platz umfassend saniert wird, bereits in Unmut gewandelt. Ursprünglich sollten die Arbeiten, die im April 2018 begonnen hatten, nur etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

"Mehrere Veranstaltungen der Leichtathletik stehen im September im Terminplan, darunter der Freiberger Herbstlauf", erklärt beispielsweise Gunter Fischer, der sich selbst zu den Betroffenen zählt und auch als Moderator von Leichtathletik-Veranstaltungen bekannt ist. Die Anlage werde dringend benötigt.

Die Verzögerung um rund ein Jahr begründet Pressesprecherin Wegelt damit, dass während der Sanierung bereits im vergangenen Jahr unter großen Teilen der Sportanlage eine Schlackeschicht gefunden wurde. Das Material sei vermutlich in den 1970er-Jahren eingebaut worden und für den Neubau der Kunststofflaufbahnen beziehungsweise der Leichtathletikflächen ungeeignet. Es habe aufgenommen und gesondert entsorgt werden müssen, so Wegelt.

Zudem sei im Juli dieses Jahres festgestellt worden, dass auf großen Teilen des neuangelegten Großspielfeldes die Grasnarbe nicht vollständig durchwachsen war. Dies habe Nacharbeiten erforderlich gemacht, die in diesem Sommer aufgrund der trockenen Witterung besonders schwierig gewesen seien.

Die geplanten Kosten von rund 1,3 Millionen Eurowerden voraussichtlich um etwa 50.000 Euro überschritten - der genaue Betrag steht noch nicht fest. Zwischenzeitlich war angesichts der erheblichen Mehrarbeiten von einer Gesamtsumme von bis zu 1,5 Millionen Euro die Rede gewesen. "Es hat Einsparungen in anderen Bereichen gegeben", erklärt Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) dazu.

Zu dem Projekt gehören die Sanierung der Kunststoffrundlaufbahn samt Anlagen für Stabhochsprung, Weitsprung, Diskuswurf und Kugelstoßen. Zudem wurden auf der Gegengerade Sprintbahnen angelegt, die Zeitmessanlage erneuert und das Naturrasen-Großspielfeld erneuert. Weiterhin wurden nach Angaben der Stadtverwaltung beispielsweise die Entwässerungssysteme und die Beregnungsanlage erneuert.

Wegen des Bauverzugs mussten drei Nutzungsanträge abgesagt werden, bestätigt Sprecherin Wegelt. So habe der TVL am Sonntag eine Kreismeisterschaft im Mehrkampf ausrichten wollen. Dafür gebe es einen Ausweichtermin. Auch könne der BSC für sein Vereinsfest am Sonnabend neben dem Kunstrasen und dem 2. Rasenplatz noch nicht das Stadion nutzen. Und die American Footballer des BSC müssten für ihren Wettkampf am 15. September vom Stadion, für das eine stufenweise Einspielphase geplant ist, auf den 2. Rasenplatz umziehen.


Die Übungsleiter

Frank Anschütz vom Freiberger PSV musste vor zwei Jahren mit seinen Leichtathleten vom Platz der Einheit wegziehen. "Seitdem sind wir auf dem Rüleinplatz am Schollgymnasium", sagt der Trainer. "Natürlich wollen wir lieber heute als morgen wieder auf den Platz der Einheit zurück", ergänzt seine Frau Carola, die ebenfalls Übungsleiterin ist. Auf dem Ausweichplatz sei nur ein eingeschränktes Training möglich. "Wir müssen dort zum Beispiel die Hürdenabstände mit dem Bandmaß abmessen, während sie auf dem Platz der Einheit schon markiert sind", sagt Carola Anschütz. Zudem habe sie nur einige wenige Hürden mit auf den Rüleinplatz genommen. (rosd)


Die Organisatoren

Regina Henker und die Mitglieder des TSV Freiberg sind sehr ungeduldig, was den Zustand des Platzes der Einheit anbelangt. Sie wollen auf dem Areal in zwei Wochen ihren Herbstlauf ausrichten, zu dem mehr als 700 Teilnehmer erwartet werden. "Wir haben noch keine feste Zusage, ob wir dann die Laufbahn des sanierten Platzes nutzen können", sagt Regina Henker. Schon 2018 hatten die Organisatoren auf den benachbarten Kunstrasen ausweichen müssen. "Gerade bei den Kinderläufen wurde das ein Kuddelmuddel, weil einige Runden falsch gezählt wurden", sagt sie. "Wir wollen endlich geklärt haben, ob wir die Bahn in zwei Wochen nutzen können." (rosd)


Der Geschäftsführer

Maik Uhlig erklärt, dass er und sein Verein, der BSC Freiberg, wenig Einfluss darauf haben, wann der Hauptrasenplatz auf dem Areal nutzbar ist. "Meistens sind wir das letzte Glied in der Kette und erfahren die Neuigkeiten erst, wenn wir selbst bei der Stadt anfragen", sagt Uhlig. "Diesen Samstag haben wir unser Vereinsfest und uns dafür eine andere Kulisse gewünscht." Nachdem die Fußballer in den Ferien lediglich den Kunstrasenplatz nutzen konnten, sei seit Beginn des neuen Schuljahres der Ausweich-Rasenplatz wieder bespielbar. "Das erleichtert uns die Organisation etwas, aber bezüglich des Hauptplatzes können wir nichts beeinflussen." (rosd)

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