Erzengler ist ab sofort Badestelle

Schwimmen in der beliebten Freizeitoase ist wieder möglich, allerdings auf eigene Gefahr. Eine Not- situation für die Stadt.

Brand-Erbisdorf.

Die gute Nachricht zuerst: Das Naturbad Erzengler am Stadtrand von Brand-Erbisdorf ist ab dem heutigen Dienstag wieder geöffnet. Die vergangenen zwei Wochen blieb die beliebte Freizeitoase trotz des Sommerwetters geschlossen - wegen personellen Engpasses -, wie es aus der Stadtverwaltung hieß. Nun können Gäste wieder von 8 bis 20 Uhr im Erzengler baden.

Allerdings: "Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben", heißt es aus der Stadtverwaltung. Auch das erscheint auf den ersten Blick als positive Nachricht, hat jedoch für die Besucher weitreichende Auswirkungen. "Das Areal wird bis auf weiteres als reine Badestelle eingestuft. Eine neue Badeordnung tritt in Kraft", erklärt Oberbürgermeister Martin Antonow. So seien aus versicherungsrechtlichen Gründen die Wasserrutsche und der Badesteg nicht verfügbar. Damit ist aus Sicht der Stadt klar: Badbesuch und Baden im Erzengler gibt es auf eigene Gefahr. "Grundsätzlich gilt, dass jeder Badegast für seine Sicherheit selbst verantwortlich ist. Und das deshalb, weil durch krankheitsbedingten Ausfall unserer Fachangestellten für Bäderbetriebe ein abgesicherter Betrieb schwierig ist",erklärt Martin Antonow.


Aufgrund der personellen Probleme in der Verwaltung habe die Stadt handeln müssen: "Es ging darum, den Erzengler zu schließen - was niemand will - oder nach einer vertretbaren Lösung zu suchen, um ihn schnell wieder zu öffnen", so der OB. In der Schließzeit seien mit der Landestalsperrenverwaltung, die den Erzengler 1994 an die Stadt Brand-Erbisdorf übergab, und der Versicherung für kommunalen Schadensausgleich die rechtlichen Konsequenzen einer veränderten Badeordnung geprüft worden. Die Versicherung habe geraten, keinen Eintritt während der Badöffnung zu kassieren. Diesen Kompromiss könne die Stadt vertreten. Sie hat nach den Worten des OB drei Rettungsschwimmer für die laufende Saison unter Vertrag sowie drei technische Kräfte, die am Erzengler tätig sind. "Die Stadt plant auch weiterhin den Einsatz der Rettungsschwimmer", so Antonow.

Von den drei Fachangestellten für Bäderbetriebe allerdings, die die Stadt beschäftigt, seien zwei derzeit krank, die dritte nach Krankheit wieder im Dienst. Allerdings könne sie nicht wochentags sowie an den Wochenenden im Bad den Dienst allein bewältigen, weshalb die jetzige Lösung gefunden worden sei. Zur Verfügung stehen die Umkleide und die Toiletten im Bad. Für Verkehrssicherheit, Ordnung und Sauberkeit zeichne die Kommune weiterhin verantwortlich. Das Parken sei kostenpflichtig. Die gastronomische Betreuung laufe ebenfalls an.

Die Stadtverwaltung schließt nicht aus, den regulären Badbetrieb wieder aufzunehmen, wenn sich die Personalsituation bessere. "Das ist aber eine Herausforderung", kommentiert der OB. Es könne keine Rede davon sein, dass die Rutsche oder anderes auf dem Erzengler-Gelände abgebaut werde. Nachfragen und Diskussionen darüber seien bereits in der Verwaltung angekommen.

Schließtag Am Freitag, 28. Juni, findet am Erzengler eine Betriebsveranstaltung der Landestalsperrenverwaltung statt. Deshalb ist die Anlage an diesem Tag geschlossen.


Kommentar: Kleiner Spaß bleibt

Stellen Sie sich vor, es ist Sommer und kein Naturbad hat geöffnet. Das Freiberger Waldbad bleibt ja dicht - dort suchen Sprengstoffexperten noch immer nach alten Kampfmitteln. Für den Brander Erzengler stand die Saison ebenso auf der Kippe - keineFachleute für den Badebetrieb. Nun scheint zum Glück ein Kompromiss gefunden zu sein. Dass man nun auf eigene Gefahr in dem beliebten Gewässer baden muss, werden wohl die meisten verschmerzen. Sanitäranlagen, Liegewiese, Imbiss sind ja nutzbar. Schade ist es aber für die Kinder, die sehnsüchtig auf die geschlossene Rutsche blicken. Doch ein Schloss vor der Rutsche ist wohl besser als eines am Tor des Bades.

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