Erzgebirgsort will kurze Wege und ein vitales Zentrum

Mehr Infrastruktur fürs Gebirge: Ein Haltepunkt für Bus, Bahn und Pkw, aber auch eine grüne Lunge sollen in Rechenberg entstehen. Der Blick in die Zukunft reicht bis zum Lückenschluss nach Moldava.

Rechenberg-Bienenmühle.

In der Diskussion ist das Vorhaben schon einige Zeit. Und eigentlich wollte die Gemeinde schon weiter sein mit der Gestaltung eines Geländes für Bus, Bahn und Pkw am ehemaligen Rechenberger Bahnhof. Doch immer wieder kam bei der sogenannten ÖPNV-Schnittstelle, mit der das obere Erzgebirge laut dem Rechenberg-Bienenmühler Bürgermeister strukturell aufgewertet würde, etwas dazwischen. "Wir hoffen, dieses Jahr das nötige Gelände von der Deutschen Bahn kaufen zu können", sagt Michael Funke. Der parteilose Bürgermeister von Rechenberg-Bienenmühle verhandelt schon länger mit der Bahn. Der Grundstückskauf sei schon für 2018 angedacht gewesen, wurde jedoch verschoben.

Nun gehen die Rechenberger davon aus, dass in diesem Jahr alle Voraussetzungen geschaffen werden, um 2020 das Areal umbauen zu können. Entstehen soll am Haltepunkt der Freiberger Eisenbahn, die das Erzgebirge mit der Kreisstadt verbindet, ein Gebäude mit Wartebereich, Toiletten und einem Informationszentrum für Besucher der Region. Neue Haltepunkte für die Busse sowie ein Parkplatz für Autos gehören ebenfalls dazu. "Eine Grünanlage, angelegt als Park, und eine Ladestation für Elektrofahrräder wie auch für Elektro-Pkw sind ebenfalls angedacht", blickt Funke voraus. Kosten: insgesamt 670.000 Euro.


Wird das Vorhaben verwirklicht, ist Rechenberg-Bienenmühle in guter Gesellschaft unter anderem mit Freiberg, Döbeln, Flöha, Frankenberg, Hainichen, Mittweida, Waldheim, Erdmannsdorf. Die ÖPNV-Schnittstellen in den Orten ermöglichen den Fahrgästen kurze Wege zwischen Bus, Bahn und Auto. Auf den nahen Parkplätzen sind derweil die Autos abgestellt. Mehr noch: Ziel ist es, die derzeit in Holzhau endende Bahnstrecke wieder bis nach Moldava und Most zu führen. Dann könnten Fahrgäste auch von Rechenberg aus sogar bis ins Tschechische die Bahn nutzen.

Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) wie auch Regiobus Mittelsachsen bewerten die bestehenden Schnittstellen positiv. "Damit erhöht sich der Komfort für die Fahrgäste wesentlich", schätzt Regiobus-Chef Michael Tanne ein. VMS-Sprecherin Jeanette Kiesinger hebt die Barrierefreiheit und die Übersichtlichkeit auch für Ortsunkundige hervor. "Es ist eine Aufwertung des Bahnhofsumfeldes sowie ein positiver erster Eindruck für Besucher", sagt sie. Doch allein kann die Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle ihr Projekt nicht stemmen. Deshalb soll unter anderem das Landes-Förderprogramm Vitale Dorfkerne angezapft werden.Der VMS steuert laut Jeanette Kiesinger 15 Prozent der Gesamtsumme beiund unterstützt die Gemeinde bei der Planungdes Vorhabens. Bei der technischen und technologischen Planung, so Michael Tanne, will auch Regiobus helfen. Geht der Finanzierungsplan auf, dann bleibt für Rechenberg-Bienenmühle laut Bürgermeister Funke ein Eigenanteil von 92.000 Euro.

Den alten Rechenberger Bahnhof hat die Gemeinde bereits abreißen lassen und so eine wichtige Vorarbeit erledigt.

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