Es ist ein - Quader!

Das lange Ringen um die Gestaltung des Anbaus für das Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum ist zu Ende. Mit deutlicher Mehrheit stimmte der Stadtrat der Einigung mit dem Landesamt für Denkmalpflege zu.

Freiberg.

Habemus Anbau! Zäh war das Ringen, aber am Ende, sagt Freibergs Baubürgermeister Holger Reuter (CDU), ist doch ein aus seiner Sicht ansprechendes Ergebnis herausgekommen. Die Stadtverwaltung und das Landesamt für Denkmalpflege haben sich auf einen für beide Seiten akzeptablen Gestaltungsentwurf für die Fassade des neuen Anbaus Stadt- und Bergbau-Museum geeinigt. Am Donnerstag legte die Verwaltung die neuen Entwürfe dem Stadtrat vor. Und auch die Mehrheit der gewählten Bürgervertreter kann gut mit den neuen Ideen der Architekten leben - und stimmte zu, auf der jetzigen Basis weiterzuarbeiten.

Bereits vor mehr als einem Jahr hatten die Räte einen Entwurf favorisiert. Doch der Spitzbau war ob seiner Anmutung in der Öffentlichkeit sehr umstritten, unter anderem hatte Domkantor Albrecht Koch sowie der Buchautor und Bergbau-Historiker Herbert Pforr die Optik scharf kritisiert. Obendrein zog das Landesamt für Denkmalpflege, ohne dessen Okay derartige Eingriffe in das historisch gewachsene und entsprechend denkmalpflegerisch sensible Umfeld nicht möglich sind, seine anfängliche Zustimmung zurück.

Den Klageweg wollte Reuter nicht beschreiten - auch, weil der Zeitplan für den bereits begonnenen Umbau so nicht zu halten gewesen wäre. Immerhin soll das Museum einen Teil der Sächsischen Landesausstellung 2020 beherbergen. Bis dahin muss der Anbau fertig sein. Also setzte die Stadt auf Verständigung mit den Denkmalschützern, glühten die Drähte zwischen Freiberg und Dresden heiß. Immer wieder landeten neue Ideen in der Landeshauptstadt. Damit die historischen Giebel der Nachbarhäuser ihre Wirkung nicht einbüßen, verzichtete Freiberg beim Anbau auf die Giebelständigkeit des Hauses, setze auf kubische Formen.

Langsam näherten sich beide Seiten an. "Die Überarbeitung hat sich gelohnt", zitiert die Verwaltung den zuständigen Landesamts-Mitarbeiter Michael Kirsten in den Stadtratsunterlagen. "Der Entwurf wäre in dieser Form grundsätzlich genehmigungsfähig." Details bedürften zwar noch der Abstimmung. Kirsten: "Ich bin zuversichtlich, dass uns auch das gelingt."

Am Rand der Fördermittelübergabe am Herderhaus konnte der Baubürgermeister schließlich auf Nachfrage verkünden: Einigung erzielt. Nun, da die Stadt das Geheimnis um die Entwürfe lüftete, zeigt sich: Ihr neues Baby ist - ein Quader. Anstelle von Sandstein tritt Stahlbeton. Das Thema Silber wird ein Schriftzug aufnehmen. Für die Verschalung der Fassade ist Glas oder Beton vorgesehen. 24 Stadträte segneten die Idee am Ende ab, fünf enthielten sich, zwei waren dagegen. Mehrheitlich segneten die Räte im Anschluss auch den Bauantrag ab. Der Anbau soll die Ausstellungsfläche vergrößern und gleichzeitig Raum für Garderobe, Kassenbereich, Toiletten und Museumsshop bieten.

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4Kommentare
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  • 3
    0
    485997
    11.12.2018

    Das ist ja entsetzlich. Welche Kulturbarbaren arbeiten da in der Freiberger Stadtverwaltung? Wie ich kann ich so ein Ungetüm in das Domensemble setzen? Ich bin geschockt.

  • 9
    0
    Cotti
    09.12.2018

    Das kann doch wohl nicht deren Ernst sein, mit einem solchen Klotz unsere schöne Altstadt zu verschandeln!
    Aber was will man von einem solchen Baubürgermeister erwarten.Man muß sich nur einmal das völlig verpfuschte Kornhaus ansehen, welches wir auch ihm mitzuverdanken haben.Rohe Betonwände und schiefe Trockenbauarbeiten (Treppenhaus), völlig schiefe Decken und Böden (Bibliothek), nutzlose Fenster, welche keinerlei Tageslicht hereinlassen (Kinderbibliothek).
    Und jetzt will er auch noch unseren schönen Untermarkt verschandeln.Dieser Mann gehört doch abgesetzt.

  • 10
    0
    964304
    09.12.2018

    Ich halte das für einen Fake. So einen Unfug kann man doch nicht ernsthaft in das Untermarkt Ensemble einfügen wollen.

  • 5
    2
    ChWtr
    08.12.2018

    24/5/2 => ich wäre der Dritte!



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