Eugal-Pipeline soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden

Die Behörden haben den Bau der Gasleitung auf allen Abschnitten genehmigt. Doch nicht alle Anlieger sind einverstanden. Noch immer sind Verfahren anhängig.

Lichtenberg/Deutschneudorf.

Schweres Gerät ist derzeit an der Bergstraße zwischen Deutschneudorf und Seiffen zu Gange. Auf einem circa 50.000Quadratmeter großen Areal entsteht eine Gasdruckregel- und Messanlage. Die Station bildet den Endpunkt der 480 Kilometer langen Eugal-Gasleitung (Europäische Gasanbindungsleitung) zwischen dem mecklenburg-vorpommerischen Lubmin und Deutschneudorf im Erzgebirge. Das Unternehmen habe nun alle Abschnitte der Trasse von den Behörden genehmigt bekommen. Die Bauarbeiten sollen deshalb bis zum Jahresende abgeschlossen werden, sagt Reemt Bernert, Sprecher des Betreiberunternehmens Gascade.

Auch durch Lichtenberg wird sich diese Trasse ziehen. Und das laut Daniel Schmieder, Bauamtsleiter in der Gemeinde Lichtenberg, etwa zehn Meter parallel verlaufend zur Opal (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung). Die Bauarbeiten an dieser Pipeline waren im Herbst 2011 abgeschlossen worden. "Inzwischen ziehen sich fünf Trassen durch den Ort", sagt Daniel Schmieder. Die Eugal soll wie die Opal im Mitteldorf die Straße und die Gimmlitz unterirdisch queren. Insgesamt etwa fünf Kilometer verlaufe die neue Trasse, von Bobritzsch und Weißenborn kommend, über Lichtenberger Flur in Richtung Mulda, Helbigsdorf und weiter ins Erzgebirge. Derzeit laufen die Vorbereitungen für das Unterörtern von Straße und Gimmlitz. Der Mutterboden auf der Trasse ist abgezogen, die Rohre liegen verschweißt inzwischen für den Einbau bereit.


Allerdings gab es beim Verlegen der Gasleitung auch Schwierigkeiten. Bei der Baustelle an der Bergstraße zwischen Deutschneudorf und Seiffen sorgte vor allem das Wetter für zusätzliche Arbeit. "Es gab Tage, an denen waren wir mehr mit Schneeschippen statt mit Bauen beschäftigt", sagt Bauleiter Heribert Fischer. Auch der felsige Untergrund stellte vor Herausforderungen. "Wir haben in einigen Bereichen auf Sprengstoff zur Bodenlockerung zurückgegriffen", so Fischer. Dennoch liegen die Arbeiten im Zeitplan.

Das Unternehmen würde von den Erfahrungen des Baus der Opal-Gasleitung profitieren, so Gascade-Sprecher Bernert. Diese Pipeline verläuft über weite Abschnitte parallel zur Eugal-Leitung. Mit den meisten der rund 1000 Grundstückbesitzer, über deren Eigentum beide Leitungen führen, sei das Unternehmen deshalb bereits vor Beginn der Bauarbeiten in Kontakt gewesen. Doch nicht alle Grundstückeigentümer zeigen sich einverstanden mit der Pipeline. Rund zwölf Verfahren von Anliegern seien derzeit noch anhängig, darunter auch der Einwand eines Windparkbetreibers bei Dörnthal, bestätigt Bernert. Der Gascade-Sprecher rechnet damit, dass diese Verfahren in den kommenden Wochen entschieden werden.

Unterdessen nehmen die einzelnen Gebäude auf dem Areal an der Bergstraße Gestalt an. Da sich der Druck über die lange Distanz der Pipeline reduziert, verliert das Gas an Temperatur. Mittels Wärmetauschern soll in einem Heizhaus dem Abkühlen des Gases entgegengewirkt werden. Der Zweck der Anlage sei, geeichte Messwerte des Gases ermitteln zu können, bevor es an der Grenze an das tschechische Unternehmen Net4Gas übergeben wird, erklärt Reemt Bernert. Bis zu 4,2 Millionen Kubikmeter Gas pro Stunde sollen nach Inbetriebnahme die Anlage auf den Weg nach Tschechien durchlaufen. Gesteuert wird das gesamte Netz des Unternehmens zentral vom Firmensitz aus in Kassel.

Ausstehen würden laut Gascade-Sprecher Bernert noch die Verhandlungen mit Kommunen und Grundstückeigentümern über den Ersatz der durch den Bau der Gasleitung entstandenen Schäden. Dazu seien noch Gutachten nötig. Doch Bernert bekräftigt: "Alles, was wir beschädigt haben, wird von uns ersetzt."

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