Ex-Gaststätte avanciert zur Schulmensa

Noch herrscht Enge, wenn die Mädchen und Jungen der Körner-Grundschule und der Zetkin-Oberschule zu Mittag essen. Das soll sich bald ändern. Denn in der Heubnerhalle werden Räumlichkeiten für die Schulspeisung geschaffen.

Freiberg.

Die Räume stehen seit Jahren leer. Mitte 2017 war der letzte Gast in der griechischen Gaststätte in der Freiberger Heubnerhalle bedient worden. Ende des selben Jahres wurde ausgeräumt und entrümpelt. Seither war es ruhig geworden. "Mit einer Gaststätte waren wir mäßig erfolgreich", erklärt Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) gegenüber der "Freien Presse". Denn Glück mit ihren Pächtern hatte die Kommune zuletzt keines.

Nach einem neuen Betreiber hält die Stadt daher seit geraumer Zeit keine Ausschau mehr. Vielmehr wurde eine andere Idee geboren: Das ehemalige Lokal soll zu einer Schulmensa umgebaut werden. Entsprechende Pläne sind jüngst im Stadtrat präsentiert worden. "Wir wollen 2019 mit den Arbeiten beginnen", so Krüger. Das Ziel: Zu Beginn des Schuljahres 2020/21 sollen die Mädchen und Jungen der benachbarten Körner-Grundschule und der Zetkin-Oberschule darin zu Mittag essen können. Mit Ausgaben in Höhe von rund 620.000 Euro wird gerechnet.

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Die Summe lässt erahnen, dass es auf keine einfache Renovierung hinausläuft. Wasserleitungen werden beispielsweise genauso modernisiert wie die Heizung und die Elektrik. Außerdem muss in der Küche gefliest und in allen Räumen gemalert werden. Die Lüftungsanlage wird ebenfalls modernisiert und die Küchendecke abgehängt. Unter anderem wird auch der Eingangsbereich anders gestaltet und im Keller eine Garderobe für das Personal eingerichtet. Schließlich müssen in den früheren Gasträumen im Erd- und Obergeschoss Sitzbereiche für die Mensa geschaffen werden.

"Wir freuen uns alle sehr auf das neue Konzept", sagte Oberschulleiterin Anne-Katrin Kreis. Bisher können die Mädchen und Jungen in der untersten Etage der Einrichtung nur in zwei kleineren Räumen - und daher in sehr beengten Verhältnissen - speisen und die Mensa der Körner-Grundschule mit nutzen. Ähnlich angespannt ist die Lage dort.

Ursprünglich konnten die Schüler beider Bildungseinrichtungen in einem Flachbau ihr Mittagessen zu sich nehmen. Das Gebäude musste aber Mitte der 1990er-Jahre gesperrt und abgerissen werden. Seither behilft sich die Stadt eigenen Aussagen zufolge mit einem Provisorium. Nach der Sanierung der Grundschule Ende der 1990er-Jahre wurde im Keller eine Küche und eine Mensa mit 70 Plätzen untergebracht - allerdings für beide Schulen. Später wurde auf 110 Plätze aufgestockt, zudem wurden zusätzliche Räume in der Oberschule geschaffen. "Die Schüler müssen in drei Etappen essen", bringt es Oberbürgermeister Krüger auf den Punkt.

Der Schülerboom verschärft die Lage zusätzlich. Werden momentan in der Körner- und der Zetkinschule in Summe rund 800 Schüler unterrichtet, sollen es Prognosen der Stadt zufolge bis zum Jahr 2022 ungefähr 900 sein. In der neuen Mensa sollen knapp 200 Kinder und Jugendliche zeitgleich Platz haben. Das reicht nach Einschätzung der Stadtverwaltung aus. Denn nur ein kleiner Teil der Oberschüler nutze, wie es weiter heißt, die Mensa.

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