Experte: Unverständnis war bei Schatten-Bergparade absehbar

Der Wettbewerb um die künstlerische Gestaltung der Fassade des Hörsaalgebäudes hat Diskussionen ausgelöst. Nun äußert sich der Chef der Berg- und Hüttenknappschaft.

Freiberg.

Beim Thema Bergparaden-Darstellung am neuen Unihörsaalgebäude in der Prüferstraße bricht Knut Neumann sein Schweigen. Der Vorsitzende der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft wehrt sich vor allem gegen den Eindruck, er habe in der Jury mit über die Kunst am Bau entschieden. Entsprechend hatte sich der Pressesprecher des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Alwin Rainer Zipfl, geäußert; die Behörde ist Bauherr.

Er habe für sich vor Jahren, noch in seiner Tätigkeit im Hochbau- und Liegenschaftsamt der Stadtverwaltung Freiberg, entschieden, betont Neumann, sich an öffentlichen Debatten zu Architektur- und ähnlichen Wettbewerben nicht mehr zu beteiligen. Ausgangspunkt war die Sanierung von Schloss Freudenstein. "Was wurde zum Eingangsbereich von Bergarchiv/Terra mineralia - das freundlichste war noch Panzergarage - und zu den Getreideschütttüten, die der Architekt außen am Schloss anbringen wollte, nicht alles diskutiert", erinnert sich der Bergbauexperte. Genützt habe es nichts und heute fragten nur noch Gäste der Stadt, was das denn solle?


Es habe ihn schon verwundert, in einem Artikel über den Juryentscheid zum Hörsaal als einzige Person zweimal namentlich genannt zu werden. Neumann stellt klar: "Ich muss eindeutig Herrn Zipfl widersprechen: Ich war weder als Beauftragter der Stadt Freiberg, als Vorsitzender der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft noch als Entscheider in diesen Wettbewerb eingebunden." Er sei Rentner und beschäftige sich in seiner Freizeit mit dem Montanwesen, Bergparaden und Uniformen des sächsischen Berg- und Hüttenstaates. Nur daher sei er ehrenamtlich durch das SIB einbezogen worden. Von ihm stamme der Teil für den Paradeaufbau, nicht die architektonische Umsetzung der Wettbewerbsausschreibung. "Die, die mich kennen, wissen, dass diese aus meiner Sicht nur auf unserer Freiberger Berg- und Hüttenparade basieren kann."

Er sei beim nicht öffentlichen Juryentscheid anwesend gewesen und habe Hinweise geben können. "Heute nach der Entscheidung kann ich es öffentlich machen - für mich waren die zweiten Plätze mit wenigen Änderungen die Favoriten, wobei mein 1. Platz eindeutig der Entwurf des Leipziger Künstlers Edgar Knobloch war." Dies habe er vor der Kommission vorgetragen und darauf aufmerksam gemacht, dass die Umsetzung des von der Kommission festgelegten ersten Platzes große Diskussionen hervorrufen und kaum auf Verständnis in Freiberg stoßen werde - was nun erfolgt sei.

Auch von anderer Seite hagelte es Kritik: OB Sven Krüger (parteilos) forderte sogar, den Wettbewerb neu auszuloben.

Trotz allem ist für Knut Neumann die Sache abgeschlossen, wie er bekräftigt. Der Vereinschef blickt in die Zukunft: "Wenn es aber genug Freiberger gibt, denen eine gute Umsetzung der Parade in Form des Dresdner Fürstenzuges am Herzen liegt - über einen Ankauf von Fliesen könnten sie dabei sein." Wenn der Stadtrat zustimme, könne nach dem Kauf des Bahnhofs in dessen Nähe als Eingang zur Stadt ein solcher Wandfries aufgestellt werden, so Neumann.

Bewertung des Artikels: Ø 2.5 Sterne bei 2 Bewertungen
1Kommentare
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  • 0
    0
    Juri
    11.07.2019

    Steht man ganz oben, wie Herr Zipfel,
    pfeift oft ein Wind über dem Wipfel.
    Dort rauszuschauen, das braucht Mut.
    Wenn`s schiefgeht, gibt`s ja noch den Knut.



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