Fallen: Polizei sieht keine Straftat

An den Ufern der Mulde haben Angler eine gefährliche Entdeckung gemacht. Nun steht fest: Die Landestalsperrenverwaltung hat die Geräte aufgestellt.

Lunzenau.

Vor zwei Wochen hatten Angler des Angelsportvereins Lunzenau Alarm geschlagen. An der Zwickauer Mulde fanden sie mehrere Fallen, die zum Fangen von Bisamratten verwendet werden. Vereinsmitglieder wie Klaus Michael warnten davor, dass sich spielende Kinder, Spaziergänger oder Angler verletzen könnten. Die Stellen seien schwer einsehbar, hieß es. Die Polizei war vor Ort und hat den Fall untersucht. Nun geben die Ermittler Entwarnung.

Die Prüfung habe ergeben, dass die Bisamrattenfallen durch die Landestalsperrenverwaltung (LTV) aufgestellt wurden, teilt Polizeisprecherin Doreen Göhler mit. Die Landestalsperrenverwaltung habe, so die Polizei, "den dafür erforderlichen Sachkundenachweis" erbringen können. Derjenige, der die Fallen aufstellt, habe die Verantwortung dafür, dass dies ordnungsgemäß geschehe und dass Menschen nicht verletzt würden. "Die Polizei stand im Austausch mit den zuständigen Behörden wie Landratsamt und Landesdirektion. Es hat sich kein Straftatverdacht ergeben", so Göhler. Nachdem die Angler den Fall öffentlich gemacht hatten, wurden die Fallen am Folgetag entfernt, berichtet Klaus Michael. LTV-Sprecherin Katrin Schöne verweist auf die Bundesartenschutzverordnung, wonach das Aufstellen der Fallen für die Bekämpfung von Bisamratten an Hochwasserschutzanlagen zulässig sei. Laut Paragraf 4, Absatz 2, ist es gestattet, Bisams mit Fallen - ausgenommen sind Käfigfallen - zu bekämpfen, "soweit dies zum Schutz gefährdeter Objekte, insbesondere zum Hochwasserabfluss oder zum Schutz gegen Hochwasser oder zur Abwehr von land- oder fischerei- oder sonstiger erheblicher gemeinwirtschaftlicher Schäden erforderlich ist. Die Fallen müssen so beschaffen sein und dürfen nur so verwendet werden, dass das unbeabsichtigte Fangen von sonstigen wild lebenden Tieren weitgehend ausgeschlossen ist", heißt es in der Verordnung. Das Verfahren sei mittlerweile eingestellt, so die LTV-Sprecherin.

Angler Klaus Michael wiederum verweist auf Sicherheitsbestimmungen, die im Internet nachzulesen sind. "Die Falle darf nicht durch Zufall gefunden werden können und darf nicht an Orten aufgestellt werden, die üblicherweise und regelmäßig von nicht beteiligten, nicht sachkundigen Personen und Kindern aufgesucht werden", heißt es darin. Mit Händen oder Füßen dürfe es nicht möglich sein, die Falle auszulösen.


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