Fast 1200 sächsische Rammler zeigen sich in der Bergstadthalle

Pelzige Schlappohren von hoher Qualität sind am Wochenende in Brand-Erbisdorf zu erleben. Ein Zwergwidder begeistert die Jury besonders.

Brand-Erbisdorf.

Es ist fraglich, ob die Bergstadthalle in Brand-Erbisdorf überhaupt schon einmal eine derart hohe Zahl an Rammlern beherbergen durfte. 1183 dieser männlichen Kaninchen sind an diesem Wochenende hier zu erleben, denn erstmals findet die Landesverbandsrammlerschau der sächsischen Rassekaninchenzüchter in Brand-Erbisdorf statt, durchgeführt vom Kreisverband Brand-Erbisdorf. Dessen Vorsitzender und somit der Ausstellungsleiter ist Thomas Kaden. Er selbst ist mit sechs Weißen Neuseeländern aus seiner Züchtung dabei. Am Donnerstagvormittag herrschte in der Halle bereits reger Betrieb, obwohl die Ausstellung noch nicht für das Publikum geöffnet war. Denn es stand die Bewertung der Tiere an.

Gerd Schulze ist sich sicher, dass er gerade den wohl schönsten Rammler gefunden hat. Schulze ist einer von 21 Preisrichtern und ganz begeistert von dem Zwergwidder, der bei ihm gerade auf der Waage sitzt und entspannt vor sich hin mümmelt. Mit 98 von möglichen 100 Punkten bekommt das Schlappohr das Prädikat "Vorzüglich" ausgestellt, beglaubigt zudem von einem weiteren Preisrichter und Obmann Frank Heckert. "100 Punkte wurden noch nie vergeben", sagt Gerd Schulze. Es gab mal 98,5, aber an Höheres könne er sich nicht erinnern. Schon der Zwergwidder mit seiner 98er-Wertung ist etwas ganz Besonderes. Das wird noch einmal dadurch gesteigert, dass er aus den Händen eines Jungzüchters stammt, also vom ansonsten schmerzlich vermissten Nachwuchs.

Lediglich 105 Rammler in der Halle kommen von sogenannten Jugendzüchtern. "Es wäre uns natürlich lieb, wenn wir mit solchen Ausstellungen mehr junge Leute für die Kaninchenzucht begeistern könnten", sagt Thomas Kaden. "Dieses Hobby ist wohl etwas aus der Mode gekommen." Verantwortung lerne man dabei zu übernehmen, meint er. Auch werde ein junger Mensch mit diesen Aufgaben selbstständiger. "Tiere wollen jeden Tag im Jahr verpflegt sein", so Kaden.

267 Aussteller zeigen an diesem Wochenende 127 verschiedene Rassen und Farbenschläge. Besonderheiten sind dabei die Blauen Wiener, aber auch Angora- und Fuchskaninchen. "Diese sind vom Aussterben bedroht", betont Kaden. Das liege wohl vor allem an dem hohen Pflegeaufwand für solche Langhaarigen. "Alle 86 Tage müssen Angoras geschoren werden", erzählt Doreen Kalusok, stellvertretende Landesvorsitzende der Züchter. "Bei Normalhaar fällt so etwas natürlich weg." Viele Tiere, die gezeigt werden, stehen zur Vermittlung bereit. Wer eines erwerben möchte, muss nicht mit überdimensionierten Kosten rechnen, denn der Verkaufspreis ist durch Festlegung des Dachverbandes bei 250 Euro gedeckelt. Lediglich bei Versteigerungen für einen guten Zweck dürfen höhere Summen erzielt werden.

Öffnungszeiten Am Samstag ist die Ausstellung von 8 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Am Samstag gibt es ab 15 Uhr eine Kanin-Hop-Vorführung.

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