Feuerteufel vom Fürstenwald: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Ein 71-jähriger Mann steht im Verdacht, für eine Serie von Brandstiftungen nahe der B 101 verantwortlich zu sein. Der Schaden beläuft sich Polizeiangaben zufolge auf Zehntausende Euro.

Freiberg.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Chemnitz hat das Amtsgericht Chemnitz am Donnerstag Haftbefehl gegen einen 71-jährigen Mann aus dem Landkreis Mittelsachsen erlassen, der mehrere Brände im Fürstenwald bei Freiberg gelegt haben soll. Wie Doreen Göhler von der Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz weiter informierte, sei der Senior am gleichen Tag von Polizeibeamten festgenommen worden: "Der Beschuldigte befindet sich nunmehr in Haft."

Gegen ihn bestehe der dringende Verdacht, so die Sprecherin, am 15. August vorigen Jahres in der Nähe eines Parkplatzes in dem Waldstück an der B 101 nördlich der mittelsächsischen Kreisstadt einen auf dem Boden liegenden Ast entzündet und damit zugleich das umliegende Laub in Brand gesetzt zu haben. Ferner werde er beschuldigt, am 30. April dieses Jahres und am Dienstag dieser Woche im Fürstenwald jeweils einen Stapel Baumstämme ebenfalls derart entzündet zu haben, dass diese selbständig weiter brannten.


In den vergangenen vier Jahren hatte es insbesondere in den Sommermonaten immer wieder im Fürstenwald an der Leipziger Straße und der Umgebung gebrannt. Die Brände beschränkten sich größtenteils auf Holzstapel, Gebüsch und Waldboden. Oftmals konnte der zügige Löscheinsatz der Feuerwehren große Brände verhindern.

Der Gesamtschaden sei nicht abschließend bezifferbar, so Göhler: "Er wird sich jedoch Schätzungen zufolge auf einige zehntausend Euro belaufen." Ins Visier der Ermittler sei der Mann erstmals geraten, als er an Brandorten gesehen worden sei. In akribischer Arbeit hätten die Kriminalisten des Polizeireviers Freiberg unter anderem Brände auf Zusammenhänge geprüft, Vergleichsreihen geschaffen und Erkenntnisse gebündelt. Auch zahlreiche Zeugen seien im Zuge der umfangreichen Ermittlungen gehört worden.

Ob der Mann auch für die weiteren Brände verantwortlich ist, werden nunmehr die weiteren Ermittlungen wegen Brandstiftung ergeben. Diese, insbesondere auch die Auswertung von Spuren, so die Polizeisprecherin dauerten an.

Zu einem möglichen Tatmotiv gebe es derzeit noch keine klare Aussage, erklärte Doreen Göhler am Donnerstag auf Nachfrage von "Freie Presse". Ebensowenig wollte sich die Sprecherin darüber äußern, ob es sich bei dem Tatverdächtigen um eine geistig verwirrte Person handelt. Die Tatsache jedoch, dass gegen ihn ein Haftbefehl erlassen wurde, spricht dafür, dass ihn das Amtsgericht Chemnitz nicht für schuldunfähig hält. Bei Unzurechnungsfähigkeit wäre er wahrscheinlich eher in eine medizinische Einrichtung eingewiesen worden.

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