Feuerwehr inspiziert Silberstadtbahn

Wo befinden sich Batterien? Aus welchem Material besteht die Karosserie? Für den Notfall wollen die Einsatzkräfte gerüstet sein, weshalb sie das Gefährt unter die Lupe nahmen.

Freiberg.

Wenn das Fahrzeug, das über den Hof der Freiberger Feuerwehr an der Brander Straße fährt, nicht groß und rot, sondern lang und grün ist, dann ist etwas Besonderes im Gange. So war es diese Woche, als die Silberstadtbahn - seit September neuer touristischer Höhepunkt Freibergs - den Kameraden einen Besuch abstattete. Aufgrund des Lockdowns steht die Bahn derzeit still, eine Gelegenheit, die man anderweitig und im Interesse aller künftigen Fahrgäste nutzen wollte.

"Wir haben bei den Betreibern angefragt, ob wir die Bahn einmal anschauen können", erklärt Wachabteilungsleiter Heiko Mende. "Das gehört zu unserer ständigen Aus- und Fortbildung." Auch in Schulen, Betrieben oder anderen Einrichtungen gebe es zur Einsatzvorbereitung Vor-Ort-Begehungen, um im Falle eines Einsatzes Kenntnis über Besonderheiten und Gefahren zu erlangen, die bei Rettungs- und Löscharbeiten relevant werden. Das wünsche sich zwar keiner, aber ausschließen könne es auch niemand.

Bahn-Betreiberin Ulrike Jurk und Fahrer David Matzig waren dazu gerne bereit. "Ich finde das toll, dass diese Möglichkeit besteht", so Jurk, während Matzig den acht Kameraden von der Wachabteilung alles erklärt. Beispielsweise, dass die Bahn sowohl mit Benzin als auch mit Erdgas angetrieben wird. Mit letzterem aber nicht mehr lange, denn die einzige Erdgastankstelle in Freiberg soll demnächst außer Dienst gestellt werden. "Dann geht es nur noch mit Benzin vorwärts", sagt Ulrike Jurk.

Heiko Mende stellt klar, dass die Besichtigung nicht deswegen erfolgt, weil man ein Risiko sehe. "Aber wir müssen wissen, welche Besonderheiten bei diesem Fahrzeug zu beachten sind", meint er. Wo zum Beispiel befinden sich Batterien? Nicht nur im Zugwagen, sondern auch in jedem Hänger, unter den Sitzen und im Heck. Wo sind die Luftkessel, die für das Bremssystem nötig sind? Unter den Wagen. Aus welchem Material besteht die Karosserie? Aus Kunststoff. "Für Pkw und Lkw gibt es Rettungskarten, nicht jedoch für solche Spezialfahrzeuge", erklärt Mende.

Alle hoffen darauf, dass die Bahn bald wieder durch Freiberg fahren kann, und zwar voll besetzt. Dann will man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Nachgesehen wurde außerdem, ob genügend Feuerlöscher im Fahrzeug sind. Diese finden sich in jedem der Anhänger. Aufkleber mit dem entsprechenden Hinweissymbol noch nicht, worauf die Betreiber nun durch die Kameraden hingewiesen wurden. Indem man Hand in Hand arbeitet, wolle man so für mehr Sicherheit sorgen.

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