Fix gefertigte Kunstwerke zu sehen

Werner Gläßer hat vor Jahrzehnten begonnen, sich mit seiner Umwelt auf besondere Weise auseinanderzusetzen. Jetzt werden die Exponate erstmals öffentlich gezeigt.

Seiffen.

Eine kleine, aber feine Sonderausstellung mit Arbeiten von Werner Gläßer ist zurzeit im Spielzeugmuseum Seiffen zu sehen. Bestückt ist sie mit Exponaten, die der Holzspielzeugmachermeister und Kunsthandwerker 1987 bis 1997 gefertigt hat und die er als "Minuten-Kunstwerke" bezeichnet. Jetzt werden sie erstmals öffentlich gezeigt.

Auf die Idee, Objekte in nicht mehr als einer Stunde Arbeitszeit entstehen zu lassen, kam Werner Gläßer nach dem Besuch einer Kunstausstellung in Erfurt. Das schreibt er in begleitenden Worten zur Ausstellung. Der Blick auf die damaligen politischen Verhältnisse, das aktuelle Tagesgeschehen und die nähere Umwelt verhalfen ihm demnach zu Ideen, die er mit den Möglichkeiten seiner Werkstatt ins Bild setzen konnte. Ein passender Anlass, diese Exponate im kleinen Kreis zu zeigen, bot sich zu seinem 50. Geburtstag im Juni 1987. In einer Garage überraschte Werner Gläßer seine Kollegen mit einer Zusammenstellung der Szenen, Bilder und Installationen. Diese Schau wurde für ihn zum Erfolg, denn er beobachtete bei den Geburtstagsgästen fröhliches Entsetzen, Schmunzeln und ungläubiges Bewundern.


Die "Minuten-Kunstwerke" zu zeigen, war damals allerdings nicht unproblematisch, denn die zum Teil mehrdeutigen Beschreibungen der Exponate hätten durchaus die Staatsmacht auf den Plan rufen können. Werner Gläßer erinnert sich in diesem Zusammenhang an eine Diskussion über das Bild "Kreuze im Gebirge". Zehn Jahre später, sein 60. Geburtstag stand bevor, stellte Werner Gläßer erneut Arbeiten aus, die er diesmal als "Hölzerne Gedanken" bezeichnete. Auch diese spontan geschaffenen Exponate mit ebenfalls mehrdeutigen Titeln sind in der jetzigen Ausstellung zu sehen.

Für den Leiter des Spielzeugmuseums, Dr. Konrad Auerbach, ist diese Schau in zweierlei Hinsicht etwas Besonderes. "Es war eine interessante Gelegenheit, einen anderen Blick auf Seiffener Spielzeugmacher zu werfen. Zum anderen haben bereits der Aufbau und das Arrangieren viel Vergnügen bereitet, weil schon allein das Lesen der zugehörigen Objekttexte ein Schmunzeln hervorgerufen hat", so Konrad Auerbach. Er rät Besuchern, die Exponate in aller Ruhe zu betrachten: "Das Wesentliche erschließt sich erst, wenn man sich auf die Dinge einlässt."

Die Sonderschau im Spielzeugmuseum Seiffen, Hauptstraße 73, ist bis 15. September täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

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