Flammen verschlingen Einfamilienhaus

62 Kameraden haben in Voigtsdorf ein Ehepaar aus einem brennenden Haus gerettet. Derweil kümmert sich der Bürgermeister um eine Interimswohnung. Eine Herausforderung in Coronazeiten.

Voigtsdorf.

Bei dem Brand eines Einfamilienhauses in Voigtsdorf hat eine 63-jährige Frau am Dienstagmorgen solch schwere Verbrennungen erlitten, dass sie nach der Rettung mit dem Hubschrauber nach Leipzig in eine Spezialklinik geflogen werden musste. Ihr Mann (64) wurde nach Freiberg ins Krankenhaus gebracht: Verdacht einer Rauchgasvergiftung.

Es war kurz vor 6 Uhr, als der Notruf in der Rettungsleitstelle einging. 62 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Voigtsdorf, Dorfchemnitz, Ullersdorf, Wolfsgrund, Sayda und Brand-Erbisdorf rückten mit elf Fahrzeugen aus, um das Ehepaar zu retten und den Brand zu löschen. Riesige Rauchwolken zogen in den Himmel über dem Ort. Die Brander Wehr setzte ihre Drehleiter ein; die einzige Drehleiter im südlichen Landkreis weit und breit.

Das Gebäude ist komplett abgebrannt; das Dach drohte einzustürzen und wurde deshalb abgebaut. Die Löscharbeiten dauerten bis zum Nachmittag an. "Die Wasserversorgung wurde gut und schnell hergestellt, dank offenem Gewässer", sagt Markus Baumgart von der Voigtsdorfer Wehr. Erst gegen 13.30 Uhr wurde die gesperrte Hauptstraße wieder für den Verkehr geöffnet. Die Brandortuntersuchung soll erst am heutigen Mittwoch stattfinden, heißt es aus der Polizeidirektion Chemnitz.

Während das Paar mit dem Leben davon gekommen ist, sei das Haus nicht zu retten, schätzten Kameraden der Feuerwehr und auch Dorfchemnitz' Bürgermeister Thomas Schurig (Freie Wähler). Er hatte sich am Nachmittag gleich ans Telefon geklemmt, um für den Mann eine Wohnung bereitzustellen, damit er eine Bleibe hat, wenn er aus dem Krankenhaus entlassen wird. "Die Wohnung ist kein Problem, die Gemeinde hat eine. Aber in Zeiten von Corona ist es sehr schwer, Möbel zu finden", sagte Schurig. Alles hat geschlossen. Ein Bett, ein Schrank und was zum Kochen brauche er doch zumindest für den Anfang. "Der Mann hat sein komplettes Hab und Gut verloren." Ein paar Leute hätten sich schon bereit erklärt, bei der Möblierung zu helfen. Wie hoch der Sachschaden ist, konnte noch niemand sagen.

Erst Ende November 2019 hatte in Voigtsdorf eine Scheune gebrannt. Im September 2019 waren die Kameraden ausgerückt, weil im Keller des Landgasthofes Wolfsgrund ein Feuer ausgebrochen war. Ein Mitarbeiter hatte einen Topf auf der angeschalteten Herdplatte stehen lassen und damit einen Schwelbrand verursacht. (mit smc)

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