Frauenstein will Feuerwehrdepot und Straßen bauen

Die Stadt steht 2020 vor großen Herausforderungen. Trotz Mehrkosten wird das neue Silbermannmuseum gebaut. Zudem brauchen die jüngsten Einwohner ein modernes Haus.

Frauenstein.

Das milde Winterwetter hat den Frauensteinern bisher in die Hände gespielt, deshalb fasst Bürgermeister Reiner Hentschel denn auch den Oktober ins Auge, wenn er über das Bauende am neuen Frauensteiner Museum spricht. Derzeit präsentiert sich das dafür geplante Eckgebäude am Markt der Silbermannstadt jedoch noch ohne Dach und im Rohbau. Der Zeitplan sei zwar in der Vergangenheit ins Wanken geraten, viel sei aber inzwischen aufgeholt. Museumsgebäude: Start für die Sanierungwar im Juni 2019, aber zunächst musste in dem denkmalgeschützten Haus viel abgerissen und stabilisiert werden, bevor der Wiederaufbau beginnen konnte. Im Frühjahr 2021 soll sich darin nicht nur die Ausstellung über Leben und Wirken des Orgelbauers Gottfried Silbermann in modernem Outfit zeigen. Ein Konzertraum, in dem die kleine, nach dem klanglichen Vorbild des Meisters nachempfundene Orgel erklingen kann - sie steht bisher wie die komplette Schau zu Silbermann im Schloss - ist ebenso vorgesehen, zudem Platz für die Stadtinformation.

"Das Projekt ist unsere größte Herausforderung", sagt der Bürgermeister. Sie müsse gemeistert werden, will die Stadt ihrem touristischen Anspruch künftig genügen und den im Stadtteil Kleinbobritzsch geborenen berühmten sächsischen Instrumentenbauer ehren. "Wir sind dabei, den Antrag auf Nachförderung zu erarbeiten", erklärt Hentschel. Die Baukosten für das kommunale Gebäude beziffert er mit 1,85 Millionen Euro, einige Leistungen seien teurer geworden.

Haushalt: Für 2020 hat Frauenstein weitere große Vorhaben ins Auge gefasst. Alles müsse in einen Haushalt eingeordnet werden, der nicht, wie andere Kommunen, hohe Gewerbesteuern ausweisen kann. Aber in der kürzlich stattgefundenen Klausurtagung zum Haushalt hat sich der Stadtrat laut Hentschel zu weiteren Vorhaben bekannt. Dazu gehört der Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Kleinbobritzsch zum Vereinshaus mit angeschlossenem Depot. "Die Baugenehmigung liegt vor, jetzt bereiten wir die Ausschreibungen vor", so der Bürgermeister. Er geht vom Baustart im Mai aus. Zunächst sei einiges wegzureißen, bevor der Neubau des Vereinshauses folge. Darin soll unter anderem der Chor "Liedertafel" Räume erhalten. Teile des alten Gerätehauses der Feuerwehr würden modernisiert. Im nächsten Jahr soll alles fertig werden, die Einweihung könnte im Oktober 2021 stattfinden. Silbermannpfad: Das ortsübergreifende Wegenetz mit Rastplätzen und Sehenswerten am Wegesrand - müsse dieses Jahr abgeschlossen werden. Viele Stationen in den Stadtteilen können schon genutzt werden. Im Frühjahr soll abschließend noch das Kriegerdenkmal nahe der Nassauer Kirche wieder aufgestellt werden, das gegenwärtig einer Restaurierung unterzogen wird. Feuerwehr: Vorbereitende Arbeiten laufen ebenso für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Frauenstein, auch diese Wehr benötige dringend moderne Bedingungen für ihre freiwillige Arbeit. Allerdings, so der Bürgermeister, denke man hier über einen möglichen Neubau am bisherigen Standort ebenso wie über eine Verlagerung auf das ehemalige Plusmarkt-Areal im Stadtinneren nach. Entschieden sei jedoch noch nichts. Kindergarten: Ein weiteres dringendes Problem sieht der Bürgermeister im Neubau des Frauensteiner Kindergartens. Seit Jahren schon brennt das Thema auf den Nägeln, denn der Zustand des jetzigen Gebäudes sei ernüchternd. Schimmelbefall im Kellerbereich nennt Hentschel und die insgesamt verschlissenen Räume. Da das Gebäude in jenem Areal liege, das über das Kleinstädteprogramm gefördert werden könne, hofft die Stadt auf Unterstützung für einen Neubau. Eine erste Kostenschätzung liege bei etwa 2,3 Millionen Euro. Dieses Mammutvorhaben soll in diesem Jahr angegangen werden. "Wir werden die einzelnen Maßnahmen vorbereiten", kündigt der Bürgermeister an. Straßenbau in Burkersdorf: Für den Stadtteil rechnet die Stadtverwaltung in diesem Jahr mit der Fortsetzung des Straßenbaus. Nach dem immer wieder verschobenem Bau des nächsten Abschnitts der Staatsstraße könnte es 2020 weitergehen, zumindest nach bisherigen Signalen durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Zwar seien noch keine Haushaltsmittel vom Freistaat freigegeben, hatte das Landesamt mitgeteilt, die Planungen wären jedoch abgeschlossen. In den zu bauenden Abschnitt im Dorf ist die Stadt Frauenstein mit dem Neubau von Straßenlicht und Gehweg eingebunden. Der Fußweg ist mit rund 600.000 Euro veranschlagt, davon trägt die Kommune laut Hentschel 10 Prozent über im Haushalt eingeplante Eigenmittel. Das Straßenlicht kostet 139.000 Euro, davon muss die Stadt 20 Prozent aufbringen. Das Geld sei ebenfalls eingeplant.

Zudem müssten kommunale Straßen beispielsweise in Nassau und Frauenstein saniert werden. In Burkersdorf wird laut Hentschel der Teichweg gebaut in einer Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Abwasserzweckverband Muldental. Pauschale: Eine große Hilfe für die Stadt sieht der Bürgermeister in der Offensive des Freistaates zur Stärkung des ländlichen Raumes. "Die 70.000 Euro, die wir jedes Jahr erhalten haben, werden in den Stadthaushalt eingeordnet", so Hentschel. Sie lassen sich nach seinen Worten gut für Investitionen einsetzen, denn Kostensteigerungen könnten zum Teil damit abgefangen werden.


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