Frauensteiner Kantor bringt Alte Meister in die Ukraine

Peter Kleinert war mit dem Förderverein Therapiezentrum Poltawa erneut in der Ukraine. Die Musik kam dabei nicht zu kurz.

Frauenstein.

Zum 13. Mal ist der Frauensteiner Kantor Peter Kleinert in die Ukraine aufgebrochen. Dort besuchte er Mitglieder der Adventistengemeinde. Begleitet wurde er von zwei Lichtenbergern: Jürgen Gelke, Vorsitzender des Fördervereins Therapiezentrum Poltawa, und Albrecht Förster, der im Verein für die Finanzen zuständig ist. Sie führten vor allem Gespräche über gemeinsame künftige Projekte. Der Lichtenberger Förderverein kümmert sich seit vielen Jahren um den Aufbau von Strukturen zur Betreuung von drogenabhängigen Menschen in Poltawa.

"Als Stellvertreter des Vereins war ich natürlich dabei integriert, konnte mich aber dennoch vor allem meiner Leidenschaft, der Orgelmusik, widmen", erzählte Kleinert. Drei Konzerte gab er in dem fernen Land, unter anderem während eines adventistischen Gottesdienstes in Kiew. "Es war erfreulich, dass die Kirche mit rund 500 Personen gut gefüllt war", freute sich der 60-jährige Organist, der zudem vor jeweils etwa 100 Gästen in Bela Zerkwa und Lesnaya Bucha spielte.

Sehr beliebt seien in der Ukraine Werke von Bach, Mendelssohn Bartholdy sowie anderen Alten Meistern. Aber auch mit Stücken seines Freundes Klaus Untch aus dem rumänischen Siebenbürgen sei er in der Ukraine auf sehr große Resonanz gestoßen.

Peter Kleinert schwärmt von den Menschen in diesem Land und nennt sie "sehr gastfreundlich und herzlich". Bei jedem Besuch habe er neue Verbindungen geknüpft. "Wir haben als Anlaufpunkt unseren Partnerverein in Poltawa, aber mit dem Auto geht es oftmals in hunderte Kilometer entfernte Städte und Orte. Da lernt man natürlich sehr schnell Menschen kennen", erzählt der Frauensteiner. Sprachbarrieren spielten schon eine Rolle, "da bin ich mit meinem Schulrussisch nicht sehr weit gekommen", erzählt er lachend. Doch mit ein wenig Englisch und ab und an einem Dolmetscher wären die Verständigungsprobleme zu lösen.

Es gäbe in der Ukraine sehr viele menschliche Schicksale, ausgelöst durch die als Majdan-Revolution in die Geschichte eingegangenen blutigen Auseinandersetzungen 2013/ 2014 auf dem Majdan-Platz in Kiew. "Ich habe diesen Ort besucht. 'Die Gedenktafeln für die rund 100 ums Leben gekommenen Menschen haben mich sehr beeindruckt", sagt der Christ nachdenklich. Beeindruckt sei er auch gewesen, als er vor Kriegsflüchtlingen ein Orgelkonzert gegeben habe. Insgesamt seien die politischen Verhältnisse in dem zerrissenen Land weiterhin sehr kompliziert, so Peter Kleinert.

Trotz aller Probleme in dem Land soll es im nächsten Jahr wahrscheinlich wieder eine Reise in die Ukraine geben. Aber zunächst steht als Reiseziel für Peter Kleinert das rumänische Siebenbürgen im Terminkalender. "Nach sehr vielen Besuchen fühle ich mich dort schon wie zuhause", sagt er.

Außerdem gilt sein Augenmerk bereits dem ersten Advent. In seiner Heimatkirche Frauenstein wird er mit Solisten aus Dresden und Leipzig sowie dem katholischen Chor St. Martin Dresden das Weihnachtsoratorium des österreichischen Komponisten Heinrich Peter von Herzogenberg aufführen. Hierfür laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. "Es soll ein ganz tolles Konzert werden", meint der Frauensteiner Kantor.

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