Freibad-Bilanz: Viele Gäste, aber keine verlängerte Saison

Der Sommer hat für eine Rekordsaison in Mittelsachsens Freibädern gesorgt. Obwohl der Spätsommer noch einmal Schwung holen soll, haben die meisten Anlagen schon geschlossen.

Freiberg/Siebenlehn.

Seit 1. September ist der meteorologische Sommer zu Ende. Die Hitze hat manchen an die Grenze seiner Durchhaltekraft gebracht. Dabei war es nicht einmal der heißeste Sommer (die Rekordtemperatur von 40,3Grad Celsius wurde nicht geknackt). Allerdings wurden die höchsten Temperaturen im sogenannten Vier-Monats-Zeitraum von April bis Juli registriert. Perfekte Bedingungen für die Freibad-Saison.

Das können die mittelsächsischen Anlagen bestätigen. "Eigentlich müssten alle Bäder mit der Saison zufrieden sein", erklärt Peter Haustein, Bürgermeister von Neuhausen. Das Freibad seiner Gemeinde habe 13.000 Besucher gehabt. "Seit ich im Amt bin, gab es noch niemals so viele."

Im Freiberger Johannisbad sieht es etwas anders aus. Die diesjährige Saison mit etwa 29.000 Besuchern belegte nach Angaben des Betreibers nur Platz vier. Den ersten Platz hält nach wie vor der Jahrhundertsommer 2003. Dennoch habe man mehr als doppelt so viele Besucher wie in der letzten Saison begrüßen können, sagt Holger Schneegans, Geschäftsführer der Freiberger Stadtwerke.

Obwohl bei den anderen Bädern bisher keine konkreten Zahlen vorliegen, zeigen sich die Verantwortlichen ebenfalls zufrieden mit der Saison. "Wir ziehen eine positive Bilanz", heißt es aus dem Freibad Naundorf: "Wir hatten mehr Besucher als je zuvor." Das Romanusbad Siebenlehn profitierte hingegen nicht nur vom heißen Sommerwetter: "Unsere Zufallsbadegäste waren oftmals Autofahrer, die bei uns abwarteten, bis die nervigen Staus auf der Autobahn abgeflossen waren", berichtet Herbert Grahl, Vorsitzender des Fördervereins "Romanus Siebenlehn".

Dieser Sommer war jedoch nicht nur einer der gefühlt heißesten, sondern auch einer der trockensten. Eine seit Februar andauernde Trockenheit hatte dafür gesorgt, dass im August 90 Prozent aller deutschen Flächen unter Dürre standen. Der fehlende Regen war für die Freibäder in Mittelsachsen allerdings kein Problem. Im Hetzdorfer Bad sei zwar der Rasen etwas braun gewesen, aber das Wasser habe keine Schwierigkeiten gemacht, erklärt Vereinsvorsitzender Bernd Böhme. Herbert Grahl sagt: "Wir waren froh, dass unser Wasser auch bei 28 Grad Celsius noch gelobt wurde."

Trotz der Wettervorhersagen, nach denen es in der nächsten Woche noch einmal sommerlich warm werden soll, hat nur das Freibad in Siebenlehn seine Saison verlängert. Bis 30. September wird das Romanusbad in den Kernzeiten von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr Badegäste erwarten. Die anderen Bäder bereiten sich jetzt auf den Winter vor. "Wir haben einige große Instandsetzungen an den Filteranlagen geplant", berichtet Bernd Böhme aus Hetzdorf. Dazu finde gerade die Planung statt. Bürgermeister Andreas Beger sagt: "Wir müssen zunächst den finanziellen und technischen Aufwand schätzen. Danach können wir versuchen, Fördermittel beim Bund zu beantragen." Auch in Neuhausen werden die Aufräumarbeiten eine Weile dauern. "Für die technischen Arbeiten brauchen wir etwa drei Wochen", sagt Bürgermeister Haustein. Zusammen mit Arbeiten, die im Herbst anfallen, würden sechs bis acht Wochen benötigt.

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