Freibäder setzen auf Spätsommer

Die warme Jahreszeit hat bisher zu wünschen übrigen gelassen. Nicht nur die Gäste hoffen darauf, dass es nun ein heißes Finale gibt.

Freiberg/Brand-Erbisdorf.

Zumindest nächste Woche gibt es noch Badewetter. Das schätzt Wetterexperte Manfred Tietz aus Frankenstein ein. Anhand der Wetterkarten, die ihm vorliegen, sagt er für den Freiberger Raum Temperaturen bis zu 24 Grad voraus. Nach dem durchwachsenen Sommer ist das eine gute Nachricht für die Freibäder.

Schon jetzt haben die vergangenen Hitzetage etwas gebracht. In Mulda konnte laut Schwimmmeister Roy Hollmick innerhalb von vier Tagen ein Drittel der Besucheranzahl der gesamten Saison eingefahren werden. Das Erlebnisbad zählte rund 13.300 Gäste - das ist das sechstschlechteste Ergebnis seit der Baderöffnung vor 20 Jahren. Definitiv noch bis zum Ende der Woche habe das Bad geöffnet. Danach werde nach Wetterlage entschieden.

Auch für das Neuhausener Freibad und das Ökobad Rechenberg-Bienenmühle fällt diese Entscheidung nach dem Wochenende. "Die Öffnungszeiten sind wetterabhängig. Das Bad bleibt erst mal bis zum Wochenende offen, dann entscheide ich, was wird", so Ökobad-Betreiber Jens Fischer. Die Saison bezeichnet er als durchwachsen. Ebenso sieht es der Neuhausener Schwimmmeister Udo Kastner. Er spricht von einer "eher bescheidenen Saison" mit rund 8000 Badegästen - die Hälfte des Vorjahres.

Ähnlich sieht das Fazit von Axel Schneegans, Vorstandschef der Freiberger Bäderbetriebsgesellschaft, für das Waldbad und das Freibad des Johannisbades, aus. "Obwohl dieser Sommer, statistisch gesehen, wärmer war als im Vorjahr, fehlten in diesem Jahr länger anhaltende, stabile Wetterlagen", sagt er. Viele Gäste entschieden sich bereits morgens. Wenn dann das Wetter nicht passe, sei der Tag dann oft verplant, obwohl es am Nachmittag schönstes Badewetter gebe. Witterungsbedingt sei das Waldbad in dieser Saison an elf Tagen geschlossen und an 27 Tagen verkürzt geöffnet gewesen. Hinzu kamen vier Tage Schließzeit wegen Blaualgenbefalls. Das Freibad im Johannisbad war an 20Tagen verkürzt geöffnet. Die beiden Freibäder zählten 26.500 Besucher - 50 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Saison im Waldbad endet am Sonntag, der Freibadbereich im "Jo-Bad" bleibt bis 11. September - also eine Woche länger - geöffnet.

Das Romanusbad Siebenlehn hingegen hat bis zum 18. September geöffnet. Laut Herbert Grahl, Chef des Badfördervereins, gibt es auch die Option für eine Verlängerung. Die Besucherzahlen hätten etwa das Niveau von 2014 und seien nicht so schlecht, wie zunächst befürchtet. "Wir haben viele Gäste, die trotz unbeständigem Wetter baden gehen." Der ganz harte Kern hält sogar das ganze Jahr über durch: die Eisbader.

Das heißeste Wochenende des Sommers bescherte dem Naturbad Erzengler rund 3000 Gäste. "Auch in dieser Woche läuft es gut", so Hartmut Schmidt, der bei der Stadtverwaltung Brand-Erbisdorf für das Bad zuständig ist. Regulär ist das Naturbad bis 15. September geöffnet. "Bisher kamen etwa 19.000 Gäste", resümierte Schmidt. Der Rekordsommer am "Erzer" sei der vergangene mit 27.000, am schlechtesten die Saison 2011 mit 15.000 Gästen gewesen.

Nach dem bescheidenen Sommer 2016 freut sich auch Schwimmmeister Enrico Curt im Hetzdorfer Freibad Sumpfmühle über den Spätsommer. Am Wochenende stürzten sich etwa 3300 Gäste in die Fluten. "Wir wollen das Bad bis mindestens 19. September offen lassen", informiert Curt.

Der Reinsberger Badepark hat laut Internetseite noch bis zum Sonntag geöffnet. (ar/hh/kok/vt)

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